Macaus Casinos werden vorläufig geschlossen

Veröffentlicht am: 4. Februar 2020, 11:42 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 4. Februar 2020, 12:04 Uhr.

Macaus Stadtregierung beschloss, die Casinos der Stadt für 15 Tage zu schließen, um die Gefahr einer zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus zu bannen.

Casino Macau
In Macaus Casinos gehen vorläufig die Lichter aus (Bild: Wikipedia/Vmenkov)

Für Macaus Glücksspielwirtschaft hat der Februar somit einen katastrophalen Anfang genommen. Nachdem die Umsätze der Casinos bereits im Januar eingebrochen waren, droht der Wirtschaft in den kommenden zwei Wochen ein totaler Verlust ihrer Einnahmen.

Macaus Generaldirektor Ho Iat Seng entschloss sich nach Regierungsangaben zu dem drastischen Schritt, um einer weiteren Verbreitung der Krankheit Einhalt zu gebieten.

Auslöser der Casino-Schließung ist die Zunahme von Infektionsfällen in Macau. Bisher sind in dem Spielerparadies mindestens zehn Ansteckungen mit dem Coronavirus bestätigt worden. Die Regierung forderte die Bürger auf, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. Wenn die Bewohner ihre Wohnungen verlassen, müssen sie Atemschutzmasken tragen. Darüber hinaus sollen Reisen zum chinesischen Festland auf ein Minimum reduziert werden.

Von der Schließung werden Zehntausende Menschen betroffen sein, die in den Casinos, Restaurants, Bars und Vergnügungseinrichtungen Arbeit gefunden haben.

Negative Auswirkungen auf die Wirtschaft befürchtet

Finanzexperten gehen davon aus, dass die Glücksspielwirtschaft für einen Großteil der entstehenden Einnahmeverluste selbst aufkommen muss.

So äußerte sich Angela Han Lee, Analystin des Finanzdienstleisters China Renaissance Securities HK, gegenüber dem Wirtschaftsdienst Bloomberg:

“Dies ist tatsächlich eine extreme Maßnahme. Es ist unwahrscheinlich, dass die Casino-Betreiber die ganze Last an ihre Belegschaft weitergeben werden, daher werden sie wohl sämtliche Fixkosten und Ausgaben selbst tragen.”

An der Börse reagierten die Händler unverzüglich auf die schlechte Nachricht. So gaben die Aktienkurse der Glücksspiel-Anbieter MGM China und Galaxy Entertainment zwischen 2,2 und 2,8 % nach.

Kritik an Haltung der USA

In den letzten Tagen war allerdings auch Kritik an der öffentlichen Diskussion rund um das Virus aufgekommen. So warfen asiatische Medien insbesondere den USA vor, das Thema über Gebühr zu strapazieren, um China in Bedrängnis zu bringen. Regierungssprecher der USA wiesen diesen Vorwurf zurück.

Derweil erklärte Ho Iat Seng, dass er im Verlauf des Tages mit den Casino-Managern zusammenkommen werde, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Seine Stadt habe die Kraft, die Krise zu überstehen, so der CEO.

Man kann jedoch davon ausgehen, dass die Schließung der Casinos der Wirtschaft hohen Schaden zufügen dürfte.