Macau: Gefälschte Chips in Casino aufgetaucht

Veröffentlicht am: 13. Januar 2021, 12:54 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. Januar 2021, 01:23 Uhr.

In Macau tauchte Ende letzten Jahres eine neue Betrugsmasche auf. Wie das Branchenmagazin GGRAsia [Seite auf Englisch] am Mittwoch berichtet, seien in einem der Glücksspieltempel täuschend echt gefälschte Chips entdeckt worden.

Spielchips Casino
Die falschen Chips wurden an Spieltischen eingesetzt. (Bild: Pixabay/D Thory)

Nach Angaben der Polizei von Macau seien die Spielchips mit dem Logo des Casino-Betreibers SJM bedruckt gewesen und bereits im vergangenen Oktober sichergestellt worden. Eine Verhaftung habe jedoch erst jetzt erfolgen können.

20.000 Euro Schaden durch falsche Chips

Demnach seien die Beamten am 26. Oktober informiert worden, nachdem Casino-Angestellte die Chips bei einer Kontrolle entdeckt hätten. Zu diesem Zeitpunkt sei bereits ein finanzieller Schaden entstanden. So sei es den Kriminellen bis dahin gelungen, rund 190.000 Hongkong Dollar (20.000 Euro) in Bargeld umzutauschen, ehe die Betrugsmasche aufflog.

Insgesamt sollen 100 falsche Chips in das Casino gebracht worden sein. 38 von ihnen hätten identifiziert und von der Polizei sichergestellt werden können. Jeder dieser Spielchips habe einen nominellen Wert von 5.000 HKD (530 Euro) gehabt, so die Ermittler.

Ein Verdächtiger habe an mehreren Spieltischen jeweils kleinere Mengen der Fake-Chips in Umlauf gebracht. Mit den dafür erhaltenen echten Spielchips sei er später zur Kasse gegangen, um sie in Bargeld umzutauschen.

Im Laufe des Tages sei der Betrug aufgefallen, da die falschen Chips bei diversen Spielern, die die Chips an Spieltischen erhalten hatten, entdeckt worden seien. Die Betroffenen seien vom Personal daraufhin befragt worden.

Zu ihnen habe auch der Betrüger gehört, der zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht verdächtigt worden sei. Als die Angestellten den Zusammenhang herstellten, habe dieser das Casino bereits verlassen gehabt.

Zwei Verdächtige identifiziert

Die anschließende Fahndung sei ergebnislos verlaufen. Im neuen Jahr hätten die Beamten jedoch mehr Erfolg gehabt, als sie den 51-jährigen Chinesen bei seiner erneuten Einreise nach Macau festnahmen.

Im anschließenden Verhör habe der Verhaftete zugegeben, für umgerechnet 7.600 Euro gefälschte 150 Chips bei einer nicht näher genannten Onlinequelle erworben zu haben. Darüber hinaus sagte der Verdächtige aus, gemeinsam mit einem Komplizen gehandelt zu haben.

Ein Polizeisprecher erklärte, dass die Identität des Komplizen den Behörden bekannt sei. Er habe noch nicht vernommen werden können, da er sich derzeit auf der Flucht befinde.