Schweden vergibt erste Lizenzen für Online-Glücks­spiel-Dienst­leister

Posted on: 21/03/2023, 08:33h. 

Last updated on: 21/03/2023, 08:39h.

In Schweden wurde vor wenigen Tagen mit einer Ausweitung der Online-Glücksspiel-Lizenzen auf technische Dienstleister begonnen. Nach Auskunft der schwedischen Glücksspielbehörde Spelinspektionen [Seite auf Englisch] wurden mittlerweile die ersten drei Genehmigungen für die entsprechenden Unternehmen ausgesprochen.

Spelinspektionen-Sitz
Die Glücksspiel-Lizenzen werden in Schweden behördlich vergeben (Bild: Spelinspektionen)

Die nun in Schweden vergebenen Lizenzen für die Online-Glücksspiel-Dienstleister treten ab 1. Juli 2023 in Kraft. Sie sind mit einer Laufzeit von vorerst fünf Jahren versehen.

Auslöser der neuen Lizenzvergaben sind Anpassungen am schwedischen Glücksspielgesetz, das vor seiner Ratifizierung durch das Parlament steht. Diese sehen unter anderem vor, dass jeder in Schweden aktive Software-Dienstleister über eine solche Genehmigung verfügen muss, wenn er mit seiner Technologie einen oder mehrere der lizenzierten Online-Anbieter ausstatten will.

Illegales Online-Glücksspiel in Schweden zurückdrängen

Ein wichtiger Grund für die Einführung der Lizenzen für Online-Glücksspiel-Dienstleister in Schweden liegt in der wirksameren Bekämpfung des Schwarzmarktes. So gibt es neben den lizenzierten Betreibern weiterhin eine Vielzahl illegaler Online-Casinos, die ihre Geschäfte in Schweden machen.

Spelinspektionen erklärte deshalb zur Intention des neuen Modells:

Der Zweck der Einführung dieser Anforderung ist es, die Kanalisierung zu erhöhen und dadurch illegales Glücksspiel zu verhindern.

Auf diese Weise werde der illegale Markt in Schweden nachhaltig geschwächt. Demgegenüber werde dies auf die legalen Angebote im Land kaum Auswirkungen haben.

Bis zu 70 Lizenzen angestrebt

Die nun vergebenen drei Genehmigungen sind dabei nur der Anfang. Schließlich plant die Regierung die Herausgabe von insgesamt bis zu 70 Lizenzen für Online-Glücksspiel-Dienstleister in Schweden.

Seit Beginn des Verfahrens am 1. März hätten sich nach Auskunft der Behörde rund 60 Unternehmen für eine Genehmigung beworben. Dazu müssen diese neben der Einreichung ausführlicher Unterlagen eine Gebühr in Höhe von 120.000 SEK (knapp 11.000 Euro) entrichten.

Seit der Online-Glücksspiel-Legalisierung wetteifert in Schweden eine Vielzahl an Anbietern um die Gunst der Spieler. Sie erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz in Höhe von umgerechnet rund 150 Mio. Euro. Gegenüber 2021 entspricht dies einem Wachstum von 6 %, berichtete die Glücksspielbehörde vor wenigen Tagen. Doch über die möglichen Erlöse der Schwarzmarkt-Betreiber wurden keine Zahlen veröffentlicht.

Ob die Maßnahme von Erfolg gekrönt sein wird, werden die kommenden Monate zeigen. Doch der Plan der Glücksspielbehörde könnte aufgehen.

Sollte die angestrebte Gesamtanzahl an Dienstleister-Lizenzen vergeben und somit eine breite Abdeckung der Anbieter erreicht werden, dürften illegale Online-Casinos zunehmend Probleme bekommen, ihre Plattformen schwedischen Spielern technisch verfügbar zu machen.