Irland: Verband protestiert gegen Einstellung der TV-Über­tragung von Wind­hundrennen

Veröffentlicht am: 4. Oktober 2021, 12:43 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 4. Oktober 2021, 01:10 Uhr.

In Irland hat der Verband der Veranstalter von Windhundrennen GRI gegen eine Entscheidung des Fernsehsenders RTÉ protestiert. Verantwortliche des TV-Senders hatten zuvor angekündigt, künftig keine Rennen der Tiere mehr übertragen zu wollen.

Windhundrennen
Windhundrennen sind auch in Irland umstritten. (Bild: Pixabay)

Der ehemalige GRI-Direktor Ger Dollard kritisierte die Entscheidung als unfair. So würden bei Hunderennen andere Maßstäbe angelegt als bei Sportarten wie beispielsweise Pferderennen.

Er forderte RTÉ zu einer Überprüfung des Sende-Stopps auf:

Vertreter der Branche, darunter 6.211 Besitzer, würden erwarten, dass der öffentlich-rechtliche Sender über das Irish Greyhound Derby berichtet, da es das wichtigste Ereignis im Rennkalender ist.

Angesichts der großen Popularität des Sports und der Begeisterung der irischen Bevölkerung bezeichnete Dollard es als nicht akzeptabel, die Wettkämpfe aus dem Programm zu nehmen.

Kritische Reportage als Auslöser

Ausgelöst wurde der Boykott unter anderem durch eine kritische Investigativ-Reportage, die RTÉ bereits 2019 ausgestrahlt hatte. Damals waren zahlreiche Verstöße des GRI gegen das Tierwohl publik geworden.

Als Antwort darauf hatte der Verband eine Analyse über die finanziellen Folgen für den Windhundsport in Auftrag gegeben. Dabei zeigte sich jedoch auch, dass der Sport mit einer sinkenden Zustimmung in der Bevölkerung zu kämpfen habe.

Der Verband hingegen betonte nun die große wirtschaftliche Bedeutung für Irland. Die Rennen hätten im Jahr 2019 über 130 Millionen Euro erwirtschaftet. Zudem sichere die Branche landesweit 4.150 Jobs.

Der GRI liegt nicht nur mit der Sendeanstalt im Clinch. Darüber hinaus kritisiert der Verband zwei Tourismusverbände der Insel. Die beiden Organisationen Tourism Ireland und Fáilte Ireland hatten vor Kurzem angekündigt, keine Windhundrennen des GRI mehr bewerben zu wollen. Darüber hinaus untersagten sie dem Verband die Teilnahme an von ihnen organisierten Werbeaktionen.

Die Veranstalter der Rennen hätten Dollard zufolge sogar angeboten, die Kosten für die TV-Übertragung des Irish Greyhound Derby zu übernehmen. Dieser Vorschlag sei jedoch vom Sender abgelehnt worden.

Auch jetzt scheint dieser nicht auf die Forderungen des ehemaligen GRI-Chefs einzugehen. Eine Sprecherin erklärte lediglich, dass RTÉ in einem schwieriger werdenden Umfeld kontinuierlich seine Übertragung von Sportveranstaltungen überprüfe.