Holländische Glücksspiel-Lizenznehmer sollen bestehende Datenbanken löschen

Veröffentlicht am: 14. Mai 2020, 10:22 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 14. Mai 2020, 10:33 Uhr.

In den Niederlanden müssen Unternehmen, die sich für eine der im kommenden Jahr vergebenen Online-Glücksspiel-Lizenzen bewerben möchten, harte Anforderungen erfüllen. Dazu soll auch die Löschung ihrer bisherigen Kunden-Datenbanken gehören.

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Die alten Datenbanken sollen gelöscht werden (Bild: Pixabay/ Gerd Altmann)

Dies kündigte Sander Dekker, der für das Vergabeverfahren zuständige Minister für Rechtsschutz, am Dienstag während einer parlamentarischen Fragestunde zur neuen Online-Glücksspielgesetzgebung an.

Keine Verwendung illegal gesammelter Daten

Demnach werden sämtliche Anbieter, die eine der angekündigten Online-Glücksspiellizenzen erhalten sollen, aufgefordert, ihre existierenden Kunden-Datenbanken zu löschen und beim Start des regulierten Onlinemarktes neu aufzubauen.

Die niederländische Regierung befindet sich derzeit bei der Ausarbeitung des ‘Remote Gaming Acts’ [Seite auf Englisch], der ab Januar 2021 das Online-Glücksspiel in dem Land regeln soll. Ab diesem Zeitpunkt sollen die Lizenzbewerber von der Glücksspielaufsicht Kansspelautoriteit (KSA) überprüft werden. Nach Willen der KSA soll dieser Prozess innerhalb weniger Monate abgeschlossen sein, damit das regulierte Angebot im Juli starten kann.

Als Grund für den Vorstoß gab der 45-jährige Minister an, dass die Anbieter ihre bisherigen Daten in einem nicht-regulierten und damit nicht legalen Markt gesammelt hätten. Seiner Auffassung nach verschafften die Daten ihren Besitzern einen unzulässigen Wettbewerbsvorsprung vor ihren Konkurrenten.

Gleiches Recht für alle

Um die vormals illegalen Aktivitäten nicht zu belohnen und zur Verhinderung einer etwaigen Wettbewerbsverzerrung dürften die alten Daten von den Unternehmen nicht mehr verwendet werden, sobald sie im Besitz einer Lizenz seien.

Dekker sei sich durchaus bewusst, dass dies zu dem für 1. Juli 2021 geplanten Beginn des regulierten Online-Glücksspiels kurzfristig zu Komplikation bei der Gewinnung von Kunden führen könne. Dies sei jedoch ein Risiko, dass die Firmen zu tragen hätten.

Um die Regelung wirksam durchzusetzen, werde die KSA:

der Lizenz eine Forderung hinzufügen, um die Nutzung von vor der Liberalisierung aufgebauten Datenbanken zu verbieten.

Auf diese Weise seien gleiche Bedingungen für alle Anbieter sichergestellt, so der Minister.

Dass Dekker zu harten Sanktionen bereit ist, zeigt er an anderer Stelle: Er möchte alle Anbieter, die ihre Glücksspielseiten innerhalb der letzten zweieinhalb Jahre auf dem niederländischen Markt betrieben haben, vom Vergabeverfahren ausschließen.