Glücksspiel und Prostitution: Anklage fordert 5 Jahre Haft für K-Pop-Star Seungri

Veröffentlicht am: 3. Juli 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 2. Juli 2021, 03:50 Uhr.

In Südkorea muss sich ein in Ungnade gefallener K-Pop-Star wegen Sex- und Glücksspielvergehen vor Gericht verantworten. In dieser Woche sprach die Anklage ihr Schlussplädoyer im Fall von Lee Seung-hyun (30), der als „Seungri“ in der Boyband BIGBANG zum A-Promi aufgestiegen war. Ihm drohen fünf Jahre Haft, weil er unter anderem entgegen koreanischer Gesetzgebung regelmäßig in den Luxus-Casinos von Las Vegas gezockt haben soll.

K-Pop Big Bang Seungri 2011
Seungri (l.) mit seiner Band BIGBANG im Jahr 2011 bei den MTV European Music Awards (Quelle:flickr.com/Republic of Korea, licnsed under CC BY-SA 2.0)

Ein Popstar vor dem Militärgericht

15 Jahre nach seinem Debüt in der weltweit gefeierten K-Pop-Boyband BIGBANG steht Ex-Mitglied Seungri in der Stadt Yongin vor dem Militärgericht. Die Zuständigkeit ergibt sich daraus, dass der 30-Jährige aktuell seinen Wehrdienst ableistet. Insgesamt ist Seungri in neun Punkten angeklagt.

Hierzu gehören unter anderem „gewohnheitsmäßiges Glücksspiel, Verstoß gegen das Devisenhandelsgesetz, Prostitutionsvermittlung, Kauf von Prostitutionsdienstleistungen und besondere Anstiftung zur Gewalt“.

Die Anklage forderte am Donnerstag fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 20 Mio. Won (rund 15.000 Euro) für den einstigen Popstar. In ihrem Plädoyer am Donnerstag hieß es:

Der Angeklagte beging über mehrere Jahre hinweg kontinuierlich Straftaten. Er benutzte koreanische Frauen, um ausländischen Investoren Prostitution zu seinem persönlichen finanziellen Vorteil zu vermitteln, und er unterhielt auch Beziehungen zu ihnen durch Glücksspiele. Obwohl der Angeklagte den größten Gewinn aus diesen Verbrechen erzielte, reflektiert er nicht über die Hauptverbrechen und schiebt die Verantwortung auf andere, während er sagt, dass er nicht beteiligt ist.

Burning-Sun-Gate erschüttert Südkorea

Seungri wird zur Last gelegt, eine der Schlüsselfiguren des sogenannten „Burning-Sun-Gate“ zu sein.  Der Skandal, in den diverse prominente Persönlichkeiten der südkoreanischen Entertainmentbranche verwickelt waren, war 2019 öffentlich geworden.

Im VIP-Nachtklub Burning Sun in Seoul sollen über Jahre Drogen- und illegale Prostitutions- und Glücksspielgeschäfte betrieben worden sein. Auch habe es hier „informelle Treffen“ korrupter Polizisten und Politiker gegeben. Zudem sei es zu sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen gekommen. Seungri soll als einer der Geschäftsführer des Clubs für die Vorgänge mitverantwortlich gewesen sein.

Weitere Anklagepunkte beziehen sich auf Seungris regelmäßiges Glücksspiel außerhalb der Landesgrenzen. Dies steht für Südkoreaner unter Strafe. Über Jahre soll der Popstar Luxus-Casinos in Las Vegas aufgesucht haben. Zudem habe er entsprechende Aufenthalte für Geschäftspartner organisiert.

Den Ermittlern zufolge habe Seungri allein im Casino des MGM Grad Las Vegas Gewinne in Höhe von umgerechnet bis zu 1,5 Mio. EUR generiert. In diesem Rahmen habe er sich auch der illegalen Ausfuhr und Einfuhr der Gelder strafbar gemacht.

Seungri selbst war nach Bekanntwerden des Skandals im Jahr 2019 bei BIGBANG ausgestiegen. Die meisten Vorwürfe weist er seither von sich [Seite auf Englisch], zeigt sich jedoch ansonsten öffentlich reuig und geläutert. Bei Anhörungen vor Gericht soll er Medienangaben zufolge wiederholt in Tränen ausgebrochen sein.

Ob es für den in Ungnade gefallenen Ex-K-Pop-Star Anlass für weitere Tränen oder doch eher zur Erleichterung gibt, wird die nun anstehende Urteilsverkündung zeigen. Ein Termin hierfür ist noch nicht bekannt.