Großbritannien: Regierung will Glücksspiel­gesetze überprüfen

Veröffentlicht am: 8. Dezember 2020, 02:13 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. Dezember 2020, 02:44 Uhr.

In Großbritannien hat eine großangelegte Überprüfung der geltenden Glücksspielgesetze begonnen. Dies hat das Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport (DCMS) heute Morgen in einer Pressemitteilung bekanntgegeben.

London Stadtansicht
In Großbritannien soll das Glücksspiel besser reguliert werden. (Quelle: Pixabay)

Ziel der Untersuchung sei es, das aktuelle Glücksspielgesetz [Link auf Englisch] aus dem Jahre 2005 auf seine Vereinbarkeit mit „dem digitalen Zeitalter“ hin zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, teilte die Behörde mit.

In Großbritannien wird eine Reform der Glücksspielgesetze bereits seit Jahren diskutiert. Unter anderem fordert Carolyn Harris, Vorsitzende der parlamentarischen Spielerschutzgruppe Gambling Related Harm All Party Parliamentary Group, ein Einsatzlimit von 2 GBP pro Spielrunde an virtuellen Spielautomaten.

Im Fokus stehen dabei drei Schwerpunkte, die das Glücksspiel sicherer machen sollen. Zum einen werde die Einführung von Einsatzlimits an Online-Spielautomaten geprüft. Zum anderen wolle man Regeln für Glücksspielwerbung und Altersbegrenzungen neu diskutieren. Fest stünde darüber hinaus, dass das Teilnahmealter bei der National-Lotterie von 16 auf 18 Jahre angehoben werde.

Der Minister für Sport, Tourismus und Nationalerbe, Nigel Huddleston, unterstrich insbesondere die Bedeutung des Jugendschutzes. Dieser sei ein Grund für die Anhebung des Mindestteilnahmealters für die National-Lotterie. Obwohl die Lotterie nur ein geringes Risiko für junge Spieler berge, wolle man dennoch neue Altersgrenzen setzen. So solle verhindert werden, dass die National-Lotterie zu einem Einfallstor für problematisches Glücksspiel werde.

Online-Glücksspiel soll sicherer werden

Laut Oliver Dowden, Staatsminister für Digitales, Kultur, Medien und Sport, müsse das Glücksspiel in Großbritannien moderner reguliert werden. Das aktuelle Glücksspielgesetz sei dazu nicht in der Lage, erklärte der Konservative.

Die Industrie habe sich aus der Ära von „Wettbüros“ und „Rennstrecken“ heraus entwickelt. Aufgabe der Kontrolle sei es, das Glückspiel in all seinen Varianten sicherer zu machen:

Diese umfassende Überprüfung wird sicherstellen, dass wir das Problem des Glücksspiels in all seinen Formen angehen, um Kinder und anfällige Personen zu schützen. Es wird auch denjenigen helfen, die gerne eine Wette platzieren und dies sicher tun. Dies baut auf unserer klaren Erfolgsbilanz auf, strenge Maßnahmen einzuführen, um die Menschen vor dem Risiko von Glücksspielgefahren zu schützen: das Verbot der Verwendung von Kreditkarten, die strengere Überprüfung von Altersgrenzen und ein Einsatzlimit an Fixed-Odds-Betting-Terminals.

Um das illegale Glücksspiel zu bekämpfen, soll auch die Rolle der britischen Glücksspielaufsicht (UK Gambling Commission) neu überdacht werden.

Mehr Befugnisse und Ressourcen sollten sicherstellen, dass die Stelle mit dem lizenzierten Sektor Schritt halten und den Schwarzmarkt bekämpfen könne, heißt es vom DCMS.