Schweden: Glückspiel-Erträge trotz Corona konstant

Veröffentlicht am: 3. März 2021, 01:32 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 3. März 2021, 01:32 Uhr.

Der schwedische Glücksspielmarkt hat trotz der Corona-Pandemie konstante Einnahmen verbucht. Laut der Glücksspielaufsicht Spelinspektionen hätten die Bruttospielerträge der Glücksspielfirmen im Jahre 2020 bei umgerechnet rund 2,44 Milliarden Euro gelegen und seien damit nur 0,4 % niedriger als 2019 gewesen.

Spielautomaten im Casino
Spielautomaten im Casino haben in Schweden weniger Umsatz erzeugt. (Quelle: Pixabay)

Das Ergebnis sei unter anderem auf die positive Performance des Online-Glücksspielsektors im Corona-Jahr 2020 zurückzuführen. Während das landbasierte Glücksspiel allein beim staatlichen Betreiber Casino Cosmopol insgesamt 779 Millionen SEK weniger generiert habe, seien die Umsätze beim Online-Glücksspiel von 14,02 Milliarden SEK auf 15,15 Milliarden SEK (ca. 1,5 Milliarden Euro) gestiegen und lägen so 8,1 % höher als im Vorjahr.

Die schwedische Glücksspielaufsicht [Link auf Schwedisch] sammelt jährlich Daten zum Glücksspielsektor. Umsatzinformationen für in Schweden lizenzierte Glücksspielanbieter erlangt sie über die Steuerbehörden. Informationen über nicht-lizenzierte Betreiber kommen von den Datenanalysten von H2 Gambling Capital.

Staatlich lizenziertes Glücksspiel mit Problemen

Neben dem staatlichen Casino-Betreiber Casino Monopol hätten auch Automatenbetreiber in der Gastronomie unter Umsatzrückgängen gelitten. Allein in diesem Bereich habe sich der Umsatz um knapp 63 Millionen SEK verringert.

Rückläufig seien überdies die Einnahmen beim Bingo für wohltätige Zwecke gewesen. In diesem Bereich habe es 52 Millionen SEK weniger Einnahmen gegeben.

Wie sich die Corona-Krise konkret auf die Bruttospielerträge von Online-Glücksspielanbietern ohne schwedische Lizenz ausgewirkt haben könnte, könne die Spelinspektionen nur schätzen:

Es gibt keine tatsächlichen Informationen darüber, wie viel bei Glücksspielfirmen ohne schwedische Lizenz gespielt wird. Das britische Analyseunternehmen H2 Gambling Capital schätzt, dass im vierten Quartal 2020 bei Unternehmen außerhalb des schwedischen Lizenzierungssystems zwischen 613 und 724 Mio. SEK (nach Auszahlung der Gewinne) umgesetzt wurden. Nach Angaben von H2 Gambling Capital beläuft sich die geschätzte Zahl für das Gesamtjahr 2020 auf 2,4 bis 2,8 Mrd. SEK.

Neue Informationen veröffentlichte Spelinspektionen gestern nicht nur zum Bruttospielertrag seiner Lizenznehmer, sondern auch zum Spielverhalten der Schweden. Im Rahmen einer Umfrage hätten 55 % der Spieler, die im Jahre 2020 gespielt hätten, angegeben, mindestens einmal im Monat an Glücksspielen teilgenommen zu haben. 30 % der Befragten hätten sogar wöchentlich gespielt. Damit läge die Spielteilnahme im Vergleich zum Jahre 2019 aber immer noch um 3 % niedriger.