Australischer Sender wegen Glücksspiel-Werbung vor Sport-Event verwarnt

Veröffentlicht am: 20. März 2020, 10:22 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 20. März 2020, 10:58 Uhr.

Auch in Australien werden die Beschränkungen für die Ausstrahlung von Glücksspiel-Werbung immer rigider. Nachdem der Sender Nine Network dagegen verstoßen hat, wurde er von der australischen Glücksspiel-Aufsicht scharf kritisiert.

ACMA
Die ACMA hat strikte Werberichtlinien aufgestellt (Bild: www.google.co.in)

Am Donnerstag gab die zuständige Australian Communications and Media Authority (ACMA) [Seite auf Englisch] bekannt, dass sie eine Verwarnung gegen den in Australien frei empfangbaren Privatsender erlassen habe.

Illegale Werbung vor Rugby-Matches

Als Begründung gab die ACMA an, dass Nine 2019 bei der Vorberichterstattung zu Rugby-Spielen Clips mit Glücksspiel-Werbung ausgestrahlt habe, was einen Verstoß gegen die Richtlinien der Behörde darstelle.

Ähnlich wie in Großbritannien hat auch Australien die Ausstrahlung von Glücksspiel-Werbung rund um die Übertragung von Sportereignissen stark eingeschränkt. Seit 2018 dürfen dort zwischen 5:00 und 20:30 Uhr keine Werbeclips der Branche mehr gesendet werden. Die Sperre besteht innerhalb eines Zeitfensters von fünf Minuten vor Beginn bis fünf Minuten nach Beendigung eines Sport-Events und bezieht sich auf Übertragungen im Radio, TV und auf Onlinekanälen.

Den Angaben der ACMA zufolge habe Nine die Matches auf seiner Streaming-Plattform übertragen und in der Vorberichterstattung die Glücksspiel-Clips gezeigt.

Eine Botschaft an alle Sender

Nine habe dies jedoch unterlassen, weshalb die ACMA sich zu ihrer Reaktion gezwungen sah, so die Behörde in einem gestern veröffentlichten Statement. Die ACMA-Vorsitzende Nerida O’Loughlin erklärte gegenüber australischen Medien, dass ihr Vorgehen anderen Sendern als Warnung dienen solle:

„Ich hoffe, dass dies eine Botschaft an alle Streaming-Services sendet, dass dies etwas ist, das sie richtig hinbekommen müssen.“

Da es sich nicht um ein schwerwiegendes Vergehen handele, habe es die ACMA bei einer Verwarnung belassen und den Sender verpflichtet, seine Mitarbeiter besser im Umgang mit den Werberichtlinien für Streaming-Dienste zu schulen. Zudem müsse Nine innerhalb der kommenden zwölf Monate durch zwei Berichte belegen, dass die Regeln befolgt würden.

Darüber hinaus sah die ACMA von weiteren Sanktionen gegen Nine ab. Sollte der Sender jedoch erneut gegen das Werbeverbot verstoßen, drohe ihm eine Geldstrafe von bis zu 420.000 Australischen Dollar (umgerechnet 231.000 Euro).