Studie: Großteil der britischen Senioren beim Gaming aktiv

Veröffentlicht am: 15. Juli 2021, 09:04 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 15. Juli 2021, 12:26 Uhr.

Gaming erfreut sich bei jung und alt großer Beliebtheit. Einer neuen Studie zufolge sind es dabei nicht nur die Youngster, die diesen Trend beflügeln. Die von der britischen Onlineplattform Energy Helpline in Auftrag gegebene Analyse zeigt, dass Senioren zu den Treibern der Entwicklung zählen. 60 % von ihnen hätten angegeben, sich die Zeit ab und zu mit Gaming zu vertreiben.

Hände Controller Videospiel
60 % der Senioren zocken am Computer und Mobilgerät (Bild: Pxhere, CCO Public Domain)

Für 40 % der Älteren stelle Gaming mittlerweile sogar das zeitaufwändigste Hobby dar und lasse damit Aktivitäten wie Gartenarbeit weit hinter sich. Ein gleich hoher Anteil unter den gut 2.000 Teilnehmern habe zudem angegeben, zugunsten des Spielens auf andere Hobbys zu verzichten. Bei 13 % gehe die Lust am Spielen sogar so weit, dass sie in der Vergangenheit deshalb bereits auf Schlaf verzichtet hätten.

Fast soviel Gaming-Aktivität wie die Jüngeren

Mit durchschnittlich acht Stunden in der Woche spiele die Generation Ü60 lediglich rund 45 Minuten weniger als die 16- bis 29-jährigen Gamer. Im Jahr kämen die Senioren insgesamt auf durchschnittlich 416 Stunden, die sie mit Videospielen verbringen. Wie populär die Games bei den betagten Spielern mittlerweile sind, zeigt sich auch daran, dass in Ländern wie Japan neue E-Sport-Zentren für diese Zielgruppe eröffnet werden

Ungeachtet der Altersgruppe floriert in Großbritannien neben dem Gaming auch die Glücksspielindustrie. Diese hat trotz der Corona-Pandemie von April 2019 bis März 2020 insgesamt 14,2 Mrd. GBP an Bruttospielerträgen erwirtschaftet. Davon fallen 5,7 Mrd. GBP auf den Online-Bereich. Aktuellen Statistiken zufolge gaben 60 % der Briten an, sich im vergangenen Jahr in irgendeiner Form am Glücksspiel beteiligt haben.

Auch bei der Nutzung von Mobilgeräten sei die betagte Altersgruppe Neuem gegenüber aufgeschlossen. In der ältesten Altersgruppe habe der Anteil der Smartphone-Anwender bei 49 % gelegen. Weitere 40 % hätten erklärt, vorwiegend mit Tablets zu spielen, während nur knapp 12 % angaben, mit Konsolen wie der PS4 zu zocken.

Ein wichtiger Grund für die verstärkte Nutzung sei zum einen der der Wunsch nach einer Stärkung der mentalen Fitness durch die Games. Während 30 % der älteren Befragten dies als Auslöser angaben, bezeichneten 19 % die den sozialen Austausch und die Bekämpfung persönlicher Einsamkeit als Hauptgrund für das Gaming.

Tashema Jackson von Energy Helpline erklärte:

Nach einem Jahr Lockdown und Abschirmung sind die Zeiten vorbei, in denen kleine Kinder allein im Keller ihrer Eltern spielen. Da ältere Generationen nach neuen Wegen suchen, Kontakte zu knüpfen und Einsamkeit zu bekämpfen, ist es kein Wunder, dass viele sich Videospielen zugewandt haben.

Das mit Abstand beliebteste Game sei Candy Crush, das von 52 % gespielt werde, gefolgt von Tetris (20 %). Erst dahinter kämen actionreichere Games wie Fifa und Call of Duty (je 17 %) oder GTA (8 %), die von der jüngeren Zielgruppe bevorzugt würden. Die Studie zeigt somit, dass es die ältere Generation bei der Auswahl der Spiele etwas gemächlicher angehen lässt.