Deutscher Sportwettenverband fordert Überarbeitung des geplanten Glücksspiel­staatsvertrags

Veröffentlicht am: 12. Februar 2020, 03:56 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 12. Februar 2020, 03:56 Uhr.

Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) hat sich am Dienstag in einer offiziellen Mitteilung kritisch über den aktuellen Entwurf des Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrags (GlüNeuRStV) geäußert.

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Geplanter Glücksspielstaatsvertrag laut DSWV zu streng und unattraktiv (BIld: Pixabay)

Der Verband sei der Ansicht, dass der Vertrag an mehreren Stellen zu streng formuliert sei, um das Ziel eines kompetitiven und legalen Glücksspielmarktes in Deutschland zu erreichen.

Der lizenzierte Markt muss attraktiv werden

Die deutsche Glücksspielgesetzgebung hängt seit Jahren in einer ungewissen Schwebe. Jetzt stehen die Länder kurz davor, sich auf einen neuen Staatsvertrag zu einigen, der in Deutschland erstmals legale Online Casinos erlauben würde.

Das Ziel der Länder ist klar: ein legaler Glücksspielmarkt soll Steuereinnahmen generieren, Spielerschutz garantieren und die zahlreichen unregulierten Anbieter vom Markt verdrängen.

Laut dem Jahrbuch Sucht von 2019 generierte der legale Glücksspielsektor Deutschlands im Jahr 2017 insgesamt 46,3 Mrd. Euro Umsatz. Der Staat konnte davon gut 5,2 Mrd. Euro Steuergelder einnehmen. Doch auch der illegale Glücksspielmarkt boomt weiterhin. Experten schätzen, dass die Bruttospielerträge aus dem unregulierten Online Glücksspiel in Deutschland mehr als 3,184 Mrd. Euro betragen.

Der DSWV befürchtet jedoch, dass der geplante neue Glücksspielstaatsvertrag das Erreichen dieses Ziels erschweren oder gar verhindern könnte. Die im Vertrag formulierten Rahmenbedingungen seien an vielen Stellen zu streng und daher für Spieler unattraktiv.

Knackpunkt Live Wetten

DSWV-Präsident Mathias Dahms stellt besonders den Bereich der Live Wetten heraus. So sehe der Vertrag vor, dass Live Wetten bei Online Buchmachern in Deutschland weiterhin nicht zulässig seien.

Nach der Erfahrung der Buchmachern jedoch erwiesen sich Live Wetten Angebote als besonders beliebt bei Spielern. Laut William Hill zum Beispiel würden zirka 80 % aller Umsätze aus Online Sportwetten durch Live Wetten generiert.

Es sei daher wahrscheinlich, dass deutsche Spieler weiterhin auf dem illegalen Markt wetten würden, wenn nur dort Live Wetten angeboten würden. Für Dahms bedeute das, dass das Ziel des Spielerschutzes und der Beendigung des Schwarzmarktes klar verfehlt werde:

Ein starres Regelwerk, das in den nächsten Jahren nicht verändert werden kann, hilft weder dem Spielerschutz noch wird es dazu führen, den auch zukünftig noch existierenden Schwarzmarkt zurückzudrängen.

Des Weiteren erklärt er, wie wichtig es sei, den bereits geprüften und zuverlässigen deutschen Online Buchmachern die Arbeit bis zum Inkrafttreten eines neuen Vertrages nicht zu verbieten, da auch dies die Kunden nur auf den Schwarzmarkt lenken könne.