Deutsches Tennisdoppel gewinnt sensationell die French Open

Veröffentlicht am: 9. Juni 2019, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 8. Juni 2019, 09:01 Uhr.

Die beiden Deutschen Andreas Mies und Dennis Krawietz haben sensationell das Finale des Grand Slam-Turniers von Paris für sich entschieden. Sie gewann gegen die beiden Franzosen Jeremy Chardy und Fabrice Martin mit 6:2 und 7:6 und kassierten für ihren Sieg eine Prämie von 580.000 Euro.

Tennisplatz Roland Garros
Die French Open sind das bedeutendste Sandplatzturnier (Bild: Wikipedia)

Die Deutschen waren besser ins Spiel gekommen und konnten den ersten Satz sicher für sich entscheiden. Im zweiten Durchgang verlief das Match ausgeglichener, sodass die Partie im Tiebreak entschieden wurde: Hier setzten sich Mies und Krawietz mit 7:3 gegen die Franzosen durch.

Nach dem ebenso überraschenden wie verdienten Triumph sagte Krawietz:

“Gestern habe ich noch über eine Siegesrede nachgedacht, jetzt fehlen wir die Worte. Was für eine Reise! Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Wir haben vor anderthalb Jahren angefangen und jetzt stehen wir hier.”

Für die beiden Spieler ist der gestrige Sieg der größte Triumph ihrer Karriere. Vor 26 Jahren standen das letzte Mal zwei deutsche Spieler im Finale des traditionsreichen Tennisturniers. Der letzte Grand-Slam-Sieg eines deutschen Doppels liegt sogar schon über 80 Jahre zurück: 1937 gewannen Gottfried von Cramm und Henner Henke.

Ashleigh Barty gewinnt ihren ersten Grand Slam-Titel

Auch bei den Damen steht die Siegerin bereits fest. Ebenfalls gestern setzte sich die Australierin Ashleigh Barty einem einseitigen Finale souverän gegen ihre Konkurrentin Marketa Vondrousovain aus Tschechien durch.

Nachdem die Siegerin den Pokal überreicht bekommen hatte, sagte sie überglücklich:

“Ich bin ein bisschen sprachlos. Ich habe ein perfektes Match gespielt, ich bin unglaublich stolz auf das, was ich erreicht habe. Das waren unglaubliche zwei Wochen.”

Der Sieg der Spielerin aus Australien ist nicht die einzige Überraschung in einem vom frühen Aus vieler Favoritinnen geprägten Turnier. So waren neben der deutschen Angelique Kerber auch die dreifache Paris-Gewinnerin Serena Williams sowie die amtierenden Nummern 1 und 2 der Weltrangliste, Naomi Osaka und Karolina Pliskova, frühzeitig ausgeschieden.

Neben ihnen erwischte es auch die Titelverteidigerin Simona Halep aus Rumänien sowie ihre letztjährige Gegnern, die US-Amerikanerin Solange Stephens. Vor dem Turnier hatte Simona Halep als absolute Top-Favoritin gegolten: Bei den Buchmachern betrug ihre Quote vor zwei Wochen noch 1:2,38.

Doch im Viertelfinale war für die Rumänin gegen die erst 17-jährige Amanda Anisimova aus den USA Schluss. Bereits im Halbfinale standen deshalb mit Ashleigh Barty (8.) und Johanna Konta (26.) nur zwei gesetzte Spielerinnen, von denen es Barty ins Finale und dort zum Sieg schaffte.

Heute spielen Rafael Nadal und Dominic Thiem um den Titel

Heute schlagen Rafael Nadal und Dominic Thiem im Kampf um den esten Titel auf. Bei den Buchmachern gilt der Spanier mit einer Quote von 1:2,0 als Favorit gegenüber Thiem (1:4,5).

Die beiden Top-Favoriten bei den Herren hatten sich nicht von dem zwischenzeitlich durch Dauerregen durcheinander gewirbelten Spielplan beirren lassen und am Freitag ihre Halbfinalpartien erfolgreich für sich entschieden. Dort hatten sich mit Dokovic, Nadal, Federer und Thiem die Top-4 der Setzliste gegenübergestanden.

Schon seit 1891 finden im Tennis die French Open statt. Der offiziell nach dem Stadion Roland Garros benannte Wettbewerb gehört neben den Australien Open, den US Open sowie Wimbledon zu den vier Grand Slam-Turnieren.

Es ist in diesem Jahr mit 42,7 Millionen Euro dotiert, wovon allein die Sieger bei den Damen und Herren jeweils 2,3 Millionen Euro einstreichen. Doch auch die Verlierer werden fürstlich entlohnt: Sie erhalten für ihre Niederlage jeweils 1,18 Millionen Euro. Dem im Viertelfinale ausgeschiedenen Alexander Zverev aus Deutschland wurde das Ausscheiden mit 415.000 Euro versüßt.

Im Halbfinale hatte sich im Duell der Routiniers Roger Federer (37 Jahre) gegen Rafael Nadal (33 Jahre) der Spanier keine Blöße gegeben und war zum 12. Mal in seiner Karriere das Finals des Grand Slam-Turniers von Paris eingezogen.

Seine beeindruckende bisherige Bilanz: Er gewann dort sämtliche Endspiele. Nachher wird sich zeigen, ob er in Paris das Dutzend an Siegen voll machen kann, oder ob Dominic Thiem ihm einen Strich durch die Rechnung macht.