Australien: Spiel­süchtiger verklagt Crown Casino auf Millionen­summe

Veröffentlicht am: 11. August 2021, 10:29 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 11. August 2021, 10:39 Uhr.

Dem skandalumwitterten Casino-Betreiber Crown Resorts steht neuer juristischer Ärger ins Haus. Recherchen der Tageszeitung Sydney Morning Herald zufolge hat ein spielsüchtiger Mann den Glücksspielanbieter auf Erstattung von Verlusten in Höhe von 4,5 Mio. AUD (2,8 Mio. Euro) verklagt, weil er gegen Schutzbestimmungen verstoßen haben soll.

Crown Casino Melbourne
Erneut in den negativen Schlagzeilen: Das Crown Casino Melbourne (Bild: Flickr/Paolo Rose, CC BY-NC-ND 2.0)

Der Kläger Ahmed Hasna gründe seinen Anspruch auf massive Verstöße gegen den Spielerschutz seitens Crown. So habe er trotz seines ausdrücklichen Wunsches, für das Casino in Melbourne gesperrt zu werden, dort jahrelang ungehindert weiterspielen können.

Millionen trotz beantragter Spielersperre verzockt

In seiner vor dem Bundesgericht von Victoria eingereichten Klage gebe Hasna an, die Millionen von 1993 bis 2019 in dem Casino verspielt zu haben. In dem Zeitraum sei er dort durchschnittlich fast jeden zweiten Tag zu Gast gewesen.

Crowns Verhalten gegenüber Hasna war bereits Bestandteil der behördlichen Untersuchungen über mögliche Lizenzverstöße durch das Unternehmen. Dabei gab dessen Leiter der VIP-Betreuung Peter Lawrence zu, dass Crowns Haltung dem Spieler gegenüber „unverantwortlich“ und „wahrscheinlich rücksichtslos“ gewesen sei.

Crown hätte bewusst sein müssen, dass Hasna ein Problem mit dem Glücksspiel habe, so die Anwälte des Klägers. Den Glücksspielgesetzen von Victoria zufolge hätte das Personal deshalb einschreiten und ihren Mandanten am weiteren Spiel hindern müssen.

Dies sei jedoch nicht geschehen. Teilweise habe er sich bis zu 26 Stunden am Stück im Casino aufgehalten. Dabei sei er von den Mitarbeitern stets zu einer Fortführung seiner Spielleidenschaft animiert worden.

Der Klage zufolge verspielte Hasna nicht nur sein eigenes Geld. So habe er sich unter anderem 200.000 AUD (125.000 Euro) von einem Freund geliehen. Auch habe er versucht, Crown-Freikarten für ein Rugby-Finale weiterzuverkaufen, um seine Spielsucht zu finanzieren.

Um Hasnas Spielverhalten weiter anzufachen, habe ihm Crown wiederholt angeboten, im Casino auf Kredit zu spielen. Zudem sei er mit kostenlosen Tickets für Sportveranstaltungen und Konzerte geködert worden.

Doch auch dies habe sich manchmal als fatal für den Problemspieler herausgestellt. So habe er einmal, als er in dem Casino Freikarten für ein Phil Collins-Konzert abholen wollte, 30.000 AUD verspielt.

Crown habe sich trotzdem weiterhin geweigert, Hasna zu sperren. Diese Haltung sei sogar beibehalten worden, nachdem seine Mutter das Casino zweimal aufgesucht habe. Dabei habe sie darum gebeten, ihren Sohn am „Verspielen des Familienvermögens“ zu hindern.

Erst 2019 sei es dem Spielsüchtigen gelungen, Abstand von dem Casino zu nehmen. Seinen Anwälten zufolge gehe es ihm seitdem in mentaler und sozialer Hinsicht sehr viel besser.