Casino bestreitet OJ Simpsons Diffamierungsvorwürfe

Veröffentlicht am: 23. Januar 2020, 03:11 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 23. Januar 2020, 03:11 Uhr.

Das Cosmopolitan-Casino in Las Vegas bestreitet vor Gericht, den ehemaligen US-amerikanischen Football-Spieler OJ Simpson (72) mit Berichten über Trunkenheit und Aggression diffamiert zu haben. Die Rechtsanwälte behaupten, sein Ruf sei bereits beschädigt.

OJ Simpson
Casino streitet Vorwürfe ab (Quelle: Wikipedia.org, Bild: Gerald Johnson)

In der Anklageschrift von Simpson steht, dass das Personal von Cosmopolitan der Promi-Nachrichtenseite TMZ gesagt habe, er besitze Hausverbot im Casino. Ihm sei nie ein Grund angegeben worden, er sei nicht streitlustig gegenüber Mitarbeitern oder Kunden gewesen und habe kein Eigentum beschädigt.

Das Casino beruft sich [Seite auf Englisch] auf Simpsons Straf- und Zivilprozesse im Zusammenhang mit dem Tod seiner Ex-Frau und einem ihrer Freunde in Los Angeles. Außerdem nennt es seine Verurteilung für einen Raubüberfall 2007.

Simpson sei eine öffentlich bekannte Person, sagten die Cosmopolitan-Anwälte. Medienberichte, dass er „fertig“, „störend“ und „wütend“ gewesen sei, hätten seinem Ruf keinen großen zusätzlichen Schaden zufügen können.

OJ Simpson ist ein ehemaliger American-Football-Spieler und kam 1994 durch einen Mordprozess zu internationaler Bekanntheit. Das Strafgericht sprach ihn nach einem öffentlichkeitsintensiven Prozess frei, unter anderem, weil viele der Beweise von Gerichtsmedizinern falsch behandelt zu sein worden schienen. Ein Zivilgericht befand ihn 1997 für schuldig und verurteilte ihn zu Schadensersatzzahlungen in Höhe von 33,5 Millionen US-Dollar. Er wurde 2007 wegen eines Raubüberfalls zu neun Jahren Haft verurteilt.

Anwalt bezeichnet Vorwürfe als „moralisch verwerflich“

Der Rechtsanwalt von OJ Simpson, Malcom LaVergne, bezeichnete die Vorwürfe des Casinos am Montag als “moralisch verwerflich”. Er reichte beim Gericht zwei Präzedenzfälle ein, die sich mit der Behandlung von Afroamerikanern in der Öffentlichkeit beschäftigen.

LaVergne stritt am Mittwoch Vorwürfe des Casinos ab, die „Rassenkarte zu spielen“. Er sage lediglich, dass es in den Aussagen der Angeklagten beunruhigende Untertöne gebe, die darauf abzielen sollten, Herrn Simpson keinen Schadenersatz zu gewähren.

Casino äußert sich nicht zu Rassismus-Vorwürfen

Sprecher und Anwälte des Cosmopolitan wollten sich am Mittwoch nicht zu den Rassismus-Vorwürfen LaVergnes äußern.

OJ Simpson lebt zur Zeit in einer Golf-Gemeinschaft in Las Vegas. Seine Bewährung soll 2022 enden.