Betrug und Geldwäsche: Britischer Lotterie-Angestellter überweist 1,5 Mio. GBP auf Konten seiner Frau

Veröffentlicht am: 28. Februar 2020, 11:38 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 28. Februar 2020, 11:49 Uhr.

Ein ehemaliger Angestellter des britischen Lottounternehmens Camelot soll seine Arbeitgeber um fast 1,5 Mio. GBP betrogen haben. Der 36-jährige Betrüger, Haroon Cassim aus Leicester, soll zwischen 2011 und 2018 Rechnungen gefälscht und die dadurch erzielten Gelder auf das Konto seiner Frau Sofina Sarwar (34) überwiesen haben.

Britische Pfund Geldscheine in Hand
Camelot-Angesteller betrog Arbeitgeber um 1,5 Mio. GBP (Bild: Needpix)

Wie die britische Tageszeitung The Mirror berichtet [Seite auf Englisch], leugne die Frau, von dem Betrug ihres Mannes und den Geldsummen auf ihrem Konto gewusst zu haben. Gegen sie sei dennoch Anklage wegen Beihilfe zum Betrug und zur Geldwäsche erhoben worden.

Rechnungen in zwei Unternehmen gefälscht

Cassims Betrugsmasche sei jedoch nicht nur sein Arbeitgeber Camelot zum Opfer gefallen. Dort sei er lediglich zwischen 2010 und 2012 mit einem Jahresgehalt von 45.000 GBP angestellt gewesen.

Zwischen 2017 und 2018 hingegen habe er für Yopa Property, ein britisches Online-Maklerbüro, gearbeitet. In beiden Unternehmen soll er seine Position ausgenutzt haben, um regelmäßig größere Beträge abzuzweigen.

Die Geldsummen seien auf Konten überwiesen worden, die auf den Namen Sofina Sarwar registriert gewesen seien. Seinen Arbeitgeber Camelot soll er so um knapp 960.000 GBP, Yopa um 505.000 GBP betrogen haben.

Cassim habe zu diesem Zwecke Rechnungen für nicht existente Firmen erstellt, als deren Inhaberin jeweils seine Frau angegeben gewesen sei.

Die Involvierung Sarwars wird daher derzeit vor dem Leicester Crown Court untersucht. Die Staatsanwaltschaft dazu:

Die Staatsanwaltschaft sagt nicht, dass die Angeklagte, Sarwar, am Betrug oder Diebstahl beteiligt gewesen ist. Wir sagen, dass sie für Cassims Intrige notwendig war, denn gut 1,25 Mio. wurden direkt von dem Konto der Arbeitgeber ihres Mannes – des Betrügers – auf ihr Konto überwiesen. Er hatte viele Konten in seinem Namen, die er nicht genutzt hat. Die Staatsanwaltschaft sagt, dass sie eine Geldwäscherin ist.

Von den Geldern habe das Ehepaar ein Haus im Wert von 200.000 GBP gekauft und seinen Alltag finanziert. Große Summen seien auch auf die Online-Konten geflossen, die Cassim bei diversen Buchmachern gehabt habe.

Angeklagte streitet Mittäterschaft ab

Während Cassim bereits in einer Gerichtsverhandlung im August 2018 auf schuldig plädiert habe, streite seine Frau derzeit jedwedes Mitwissen ab.

Sie habe zwar gewusst, dass ihr Mann regelmäßig Gelder auf ihr Sparkonto überwiesen habe, den Ein- und Ausgang der Beträge habe sie jedoch nicht selbst überprüft.

Derzeit scheinen keine eindeutigen Beweise für ihre Mittäterschaft vorzuliegen. Wann und ob ein Urteil gegen sie ausgesprochen wird, bleibt zunächst abzuwarten. Auch das Strafmaß für Cassim sei zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.