Bundesländer wollen Online-Glücksspiel legalisieren

Veröffentlicht am: 22. Januar 2020, 10:45 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 22. Januar 2020, 12:34 Uhr.

Nach langem Ringen sollen sich die Bundesländer über eine Legalisierung des Online-Glücksspiels geeinigt haben. Dies berichtet die Deutsche Presseagentur (DPA).

Symbole für Glücksspiel
Sind die Würfel für legales Online-Glücksspiel in Deutschland gefallen? (Quelle: Pixabay)

Wie die DPA aus Verhandlungskreisen erfahren habe, könnten Online-Poker, Online-Sportwetten und Online-Casino-Spiele bald auch außerhalb Schleswig-Holsteins legal verfügbar werden.

Schleswig-Holsteins Sonderweg

Seit dem Jahre 2012 hat Schleswig-Holstein als einziges Land Lizenzen für Online-Glücksspiel vergeben. Ein Sonderweg, der von anderen Bundesländern kritisiert wurde.

Konkretisieren wolle man das Legalisierungsvorhaben, welches in einem Entwurf zum neuen Glücksspielstaatsvertrag festgehalten sei, bei einer Anhörung im Februar.

Anfang März sollen dann die Ministerpräsidenten der Länder ihre Zustimmung erteilen. Bevor Zocker bundesweit legal online spielen können, müssen allerdings auch die Länderparlamente den neuen Glücksspielstaatsvertrag ratifizieren. In Kraft treten könnte dieser frühestens am 1. Juli 2021.

Diese Regeln soll es für das Online-Glücksspiel gelten

Die Einigung zur Legalisierung von Online-Glücksspiel sei unter Führung der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalens zustande gekommen und enthalte konkrete Regeln.

So sei eine gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder geplant, die den Jugend- und Spielerschutz gewährleisten soll. Überdies werde ein anbieterübergreifendes, „automatisches System“ zur Erkennung von problematischem Spielverhalten eingesetzt.

Darüber hinaus sei ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro sowie eine Sperrdatei vorgesehen. Mit etwaigen Gewinnen dürfe auch über das Limit hinaus gespielt werden.

Neue Richtlinien für Sportwetten

Vor allem im Bereich Sportwetten biete der Entwurf zahlreiche Neuerungen. Laut DPA beabsichtigten die Staatskanzleien ein Werbeverbot für Sportwetten im Internet und Rundfunk, welches täglich zwischen 6:00 und 23:00 Uhr gelten soll.

Auch Live-Wetten könnten zukünftig eingeschränkt werden, um die Integrität von Sportveranstaltungen zu stärken und Manipulationsversuchen vorzubeugen. Ereigniswetten sollen jedoch weiterhin zugelassen werden.

Die Folgen für die Spieler

Obgleich derzeit nur von einem Entwurf für einen neuen Glücksspielstaatsvertrag die Rede ist, könnte dieser einige schwerwiegende Implikationen für Spieler beinhalten.

Ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro könnte vor allem Profizockern das Arbeiten erschweren. Online-Poker-Spieler, die an Turnieren und Cash-Games mit hohen Einsätzen teilnehmen und deshalb häufig auf Geldtransaktionen in signifikanter Höhe angewiesen sind, könnten unter dem vorgeschlagenen Einzahlungslimit leiden.

Auch finanzkräftigere Nutzer von Online-Glücksspielen wie Slotmachines könnte die Beschränkung abschrecken. Würden sie ihre Einsätze weiterhin selbst bestimmen wollen, müssten sie illegale Angebote nutzen oder ein landbasiertes Casino besuchen. Für die staatlichen Spielstätten ist bislang kein Einsatzmaximum vorgesehen.