Britisches Pferdesport-Kontroll­gremium unterstützt Rennstrecken mit 3,2 Mio. GBP

Veröffentlicht am: 13. August 2020, 11:39 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. August 2020, 12:38 Uhr.

Das Pferdesport-Kontrollgremium Horserace Betting Levy Board (HBLB) will die darbende Branche in Großbritannien finanziell zusätzlich unterstützen [Seite auf Englisch]. Am Mittwoch gab das Levy Board bekannt, den Rennstreckenbetreibern 3,2 Mio. GBP (umgerechnet 3,5 Mio. Euro) zur Verfügung zu stellen.

Pferderennen Großbritannien
Britische Rennstrecken leiden unter hohen Einnahmeausfällen (Bild: Flickr/John Garghan, CC BY-NC-ND 2.0)

Von der Summe sollen 1,46 Mio. GBP der Finanzierung von Covid-19-bedingten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen auf den Rennstrecken dienen. Laut HBLB könne jeder Betreiber bis zu 75.000 GBP beantragen.

Weitere 1,5 Mio. GPB seien für die Ausstattung des Personals bestimmt, damit dieses an den Renntagen ausreichend vor einer Infektion geschützt sei. Darüber hinaus stünden 259.000 GBP für Rennstrecken zur Verfügung, denen aufgrund zusätzlicher Rennen erhöhte Kosten entstünden.

Als Grund für die Finanzspritze gab das HBLB die prekäre wirtschaftliche Lage vieler Rennstrecken in Großbritannien an, die aufgrund der Corona-Krise hohe Einnahmeausfälle zu verkraften hätten.

Der HBLB-Vorsitzende Paul Darling erklärte dazu:

Der Vorstand hat erneut flexibel gehandelt, um neue Vorschläge der Rennsportbranche zu prüfen und zu bestätigen. Wir freuen uns, bei Bedarf weitere 3,2 Mio. GBP Unterstützung anbieten zu können. (…) Wie immer wird diese im Rahmen der HBLB-Reserven und des Cashflows bewertet und mit Blick darauf, wie wir unsere Unterstützung für Sport und Branche optimieren können.

Darling kündigte an, weitere Anfragen bei der nächsten ordentlichen Vorstandssitzung des Verbands im September prüfen zu wollen.

Zusätzliche Unterstützung für die Rennstrecken

Am Montag hatte das Levy Board zudem weitere finanzielle Zusagen für den Pferdesport beschlossen. So können Betroffene vom 1. September an Nothilfen beantragen. Sie sind Teil des 22 Mio. GBP schweren Unterstützungsfonds, den das HBLB im April verabschiedet hatte.

Das HBLB ist dem Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport angegliedert und für die Regulierung des Pferdesports sowie der dort durchgeführten Wettgeschäfte zuständig. Es finanziert sich nicht aus Steuergeldern, sondern aus den Abgaben der Buchmacher. Im Geschäftsjahr 2019/2020 verzeichnete das Levy Board Einnahmen in Höhe von 97 Mio. GBP.

Dank des Fonds können einzelne Rennstrecke Betriebsmittelkredite in Höhe von bis zu 220.000 GBP beantragen. Bei zusammengeschlossenen Rennstrecken erhöht sich dieser Betrag auf insgesamt 1 Mio. GBP.

Ob diese Mittel ausreichen, den Pferdesport in Großbritannien langfristig zu stützen, werden die kommenden Monate zeigen.