Britischer Glücksspiel-Verband: Spieler- und Jugendschutz weiterhin oberste Priorität

Veröffentlicht am: 9. August 2021, 01:55 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 9. August 2021, 01:56 Uhr.

Für den britischen Glücksspiel-Verband Betting and Gaming Council (BGC) sollen Spieler- und Jugendschutz weiterhin oberste Priorität bleiben. Kurz vor Beginn der Premier-League-Saison 2021/22 hat der Verband am Freitag sein Versprechen erneuert, seine diversen Initiativen für verantwortungsvolles Glücksspiel fortzuführen [Seite auf Englisch].

Fußball Rasen Stadion Premier League Zuschauer
Britischer Glücksspielverband engagiert sich weiterhin für Spieler- und Jugendschutz (Bild: Pixabay)

Die in den letzten zwei Jahren ergriffenen Maßnahmen hätten bereits maßgeblich zur Verbesserung des Spielerschutzes beigetragen. Insbesondere die Einschränkungen im Bereich Werbung seien ein wichtiges Werkzeug, um Risiko-Gruppen vom Glücksspiel abzuhalten.

Effiziente Werbe-Einschränkungen

Die vom BGC repräsentierten Glücksspiel-Anbieter hätten beispielsweise 2019 den sogenannten „Whistle-to-whistle ban“ eingeführt. Das bedeutet, dass die Anbieter unmittelbar vor, während und nach Live-Sport-Events im Fernsehen keinerlei Glücksspiel-Werbung schalten.

Eine Studie von Enders Analysis habe herausgefunden, dass allein diese Einschränkung zu einer 97%igen Reduktion der von Minderjährigen wahrgenommenen Werbung geführt habe.

Auch während der EM 2021 seien dadurch insgesamt 50 % weniger Sportwetten-Spots im Fernsehen gelaufen als noch bei der WM 2018. Das verringerte Werbe-Volumen solle auch in den nächsten Monaten eingehalten werden.

BGC-Chef Michael Dugher erklärt:

Der Beginn der neuen Fußball-Saison ist für Fans im ganzen Land eine aufregende Zeit. Die Mitglieder des BGC sind stolz darauf, dieses wundervolle Spiel auf verschiedene Weise finanziell zu unterstützen, aber es ist ebenso wichtig, dass wir das Momentum fortführen, wenn es darum geht, junge Menschen vor Glücksspielschäden zu schützen.

Die Zahl der Problemspieler in Großbritannien sei mit knapp 0,5 % der Bevölkerung vergleichsweise gering. Jedoch sei bereits eine Person, die an Spielsucht leide, „eine zu viel“, so Dugher weiter. Positiv anzumerken sei allerdings, dass der Anteil der Spielsüchtigen im Land in den letzten 20 Jahren recht konstant geblieben sei.

Social-Media-Werbung im Fokus

Um insbesondere jüngere Menschen vor problematischem Glücksspiel zu schützen, wolle der BGC seine einschränkenden Maßnahmen im Bereich Werbung auch auf die Social-Media-Plattformen ausweiten.

Dazu habe der Verband bereits Anfang des Jahres einen Verhaltenskodex für Fußball-Clubs erstellt. Zu den neuen Regeln zähle, dass die Vereine in ihren Social-Media-Posts keine Links zu verpartnerten Glücksspiel-Anbietern einbauen dürfen.

Während der Saison 2020/21 befanden sich insgesamt acht der 20 Premier-League-Vereine in Sponsoren-Partnerschaften mit Glücksspiel-Anbietern. In der zweiten Liga, der Championship, waren es sogar 17 der 24 Vereine. Insgesamt geben die Glücksspielanbieter britischen Medienberichten zufolge jährlich rund 110 Mio. GBP für das Sponsoring im Profi-Fußball aus.

Ebenso dürften keine Wettquoten oder Bonus-Angebote erwähnt werden, sofern nicht garantiert werden könne, dass der entsprechende Post nicht von Minderjährigen gesehen werde.

Der Verhaltenskodex passe auch zu den im Oktober letzten Jahres aktualisierten Branchen-Richtlinien. Nach diesen dürften minderjährige Internetnutzer generell nicht mit Glücksspiel-Werbung online konfrontiert werden. Der BGC werde versuchen, seinen Teil dazu beizutragen, damit Minderjährige nicht zum Glücksspiel verleitet würden.