Britische Werbeaufsicht verbietet irreführende Werbung für Mobile Games

Veröffentlicht am: 13. Oktober 2020, 04:53 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. Oktober 2020, 06:06 Uhr.

Der russische Spielentwickler Playrix muss in Großbritannien seine Werbestrategie ändern. Wie die BBC am Montag berichtet hat [Seite auf Englisch], sei die britische Werbeaufsicht (ASA) auf einige mobile Spiele des Herstellers aufmerksam geworden, nachdem sich zahlreiche Spieler über dessen „irreführende“ Werbung beschwert hätten.

Homescapes Gardenscapes Titelbilder
Britische Werbeaufsicht verbietet irreführende Werbung bei Homescapes und Gardenscapes (Bild: Google Play Store)

Betroffen seien insbesondere die Spiele „Homescapes“ und „Gardenscapes“, die in jedem Smartphone-Playstore erhältlich seien. Bei den Spielen handle es sich um typische Juwelenspiele, die beispielweise „Candy Crush“ oder „Bejewelled“ ähnelten.

Innerhalb der Werbe-Clips werde jedoch ein gänzlich anderes Spiel präsentiert. So erhielten potentielle Spieler den Eindruck, mit Homescapes oder Gardenscapes ein sogenanntes „Pull-the-Pin-Spiel“ herunterzuladen.

Bei Pull-the-Pin-Spielen handelt es sich um kurze Strategie- und Logik-Puzzles, bei denen der Spieler durch das virtuelle Ziehen (pull) eines Stabes (pin) einen Prozess auslöst, der zum Gewinn des Levels führen soll. Im Fall der Playrix-Spiele beispielsweise befindet sich ein Mensch oder ein Tier innerhalb einer Box, die durch die zu bewegenden Stäbe begrenzt wird. In einer angrenzenden Box befindet sich eine Gefahr, die durch das korrekte Ziehen der Stäbe abgewendet werden muss.

Tatsächlich machten diese Pull-the-Pin-Features jedoch nur einen minimalen Teil der Playrix-Spiele aus. So sei es nötig, zuerst Hunderte oder gar Tausende von Leveln des zugrundeliegenden Juwelen-Spiels zu spielen, bis das beworbene Feature auftrete.

Bis dahin allerdings werde der Spieler innerhalb des Spiels mit zahlreichen weiteren Werbebotschaften und In-App-Käufen konfrontiert, um die vielen Level überhaupt schaffen zu können.

ASA-Urteil: Eindeutig irreführende Werbung

Bereits Anfang des Jahres hätten sich daher zahlreiche Spieler beschwert, die Pull-the-Pin-Features innerhalb des Spieles nie erreicht zu haben. Playrix habe diese daraufhin etwas früher und regelmäßiger in das Hauptspiel eingebaut.

Nichtsdestotrotz sei weiterhin allein mit diesem Feature für das Spiel geworben worden. Insbesondere auf Social-Media-Plattformen wie Facebook erschienen die Anzeigen noch immer regelmäßig. Die ASA urteilte daher:

Wir haben festgestellt, dass Nutzer einen großen Anteil des Spiels mit anderer Spielweise bewältigen müssen, um Zugriff auf das in den Spots beworbene Feature zu erhalten. Da die Werbung somit nicht repräsentativ für die Spiel-Features ist, sind wir zu dem Schluss gekommen, dass diese irreführend ist.

Bisher scheint sich die ASA lediglich auf die Playrix-Spiele Homescapes und Gardenscapes zu berufen. Der Hersteller bietet in den Playstores jedoch noch weitere Spiele derselben Art an, darunter „Fishdom“ oder „Township“. Auch diese werden mit Pull-the-Pin-Features beworben, obwohl sie diese nur minimal enthalten.

Ob die Werbe-Einschränkung künftig auf diese und ähnliche Spiele ausgeweitet wird, bleibt abzuwarten. Die ASA betont jedoch, mit ihrem Verbot eine „eindeutige Message“ an alle Spielhersteller zu senden, auf irreführende Werbung zu verzichten.