Britische Glücksspiel­kommission weist Vorwürfe unzureichender Regulierung zurück

Veröffentlicht am: 5. November 2019, 12:13 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 17. März 2020, 06:02 Uhr.

Die britische Glücksspielkommission hat gestern auf Vorwürfe einer Gruppe von Abgeordneten reagiert, die die Kommission als „nicht zweckdienlich“ bezeichneten und ihr vorwarfen, es Online Casinos zu ermöglichen, gefährdete Spieler zu „jagen“.

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Die Gambling Commission weist Vorwürfe zurück, nach denen sie nicht genügend zum Schutz von Spielern im Online Casino unternehme. (Bild: Pixabay)

In ihrem gestern vorgelegten Bericht zum Online Glücksspielsektor [Seite auf Englisch] fordert die Gambling Related Harm All-Party Parliamentary Group (GRH APPG) die Gambling Commission (UKGC) auf, strengere Regulierungsmaßnahmen für Glücksspiel-Anbieter einzuführen. Es sei zudem nicht klar, warum die Gambling Commission Einsatzlimits für Online Casinos nicht zu ihrer Priorität gemacht habe.

Eine der wichtigsten Forderungen der Abgeordnetengruppe betrifft die Einführung von Einsatzlimits für Online Casinos. Ähnlich wie die 2-Pfund-Einsatzlimits an den Wettterminals (FOBTs), sollte es für Online Casinos nach Ansicht der Abgeordneten Einzahlungsgrenzen geben. Zudem hielten sie die bestehende Glücksspiel-Gesetzgebung für unzureichend und nicht dem digitalen Zeitalter angemessen.

Die Abgeordnetengruppe veröffentlichte den 45 Seiten umfassenden Bericht, ohne vorab mit der Gambling Commission gesprochen zu haben. Daher handele es sich um einen Zwischenbericht. Den vollständigen Abschlussbericht wolle man vorlegen, sobald man die Gambling Commission angehört habe.

Glücksspielkommission prüft Einsatzlimits für Online Casinos

Die Glücksspielkommission wies die Behauptungen der Abgeordneten nun zurück und verwies dabei auf eine Rede, die Neil McArthur erst kürzlich beim CEO Breakfast Briefing in London gehalten habe. Dabei sagte er:

„Wir werden Daten zum Online-Spiel und dazu, was dies für Einsatzlimits bedeutet, sammeln. Wir wissen bereits, dass Schaden für den Verbraucher auf jeder Einsatzebene erfolgen kann und dass die effektive Verwendung kontobasierter Spieldaten genutzt werden kann, um die Spieler zu schützen. Gleichwohl prüfen wir genau, ob weitere Schutzmechanismen für Online-Verbraucher eingeführt werden sollten. Dies schließt auch die Hinweise auf die Einführung von Online-Einsatzlimits als ein Mittel zur Schadensreduzierung ein.“

Der Bericht spiegele nicht die beträchtlichen Maßnahmen und Fortschritte wider, die die Glücksspielkommission in den genannten Problembereichen unternommen habe. Man freue sich darauf, diese der Abgeordnetengruppe darzulegen.

Spielerschutz als Priorität der Glücksspielkommission

Im Mittelpunkt der Arbeit der Glücksspielkommission stehe der Schutz von Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen und man suche ständig nach Möglichkeiten, die bestehenden Regulierungen effektiver zu gestalten. Die Kommission verfolge den Ansatz, sicherzustellen, dass die Regularien zweckmäßig seien und man auf neu auftretende Probleme und Risiken reagieren könne.

Als Beispiel führt die Glücksspielkommission eine kürzlich durchgeführte Überprüfung an, an der 123 Betreiber von Online Casinos teilnahmen und die dazu führte, dass 45 Online Casinos gezwungen waren, einen Aktionsplan zur Erhöhung ihrer Standards vorzulegen.

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Die Gambling Commission berät derzeit über das Verbot von Zahlungen mit der Kreditkarte im Online Casino. (Bild: Pixabay/Michal Jarmoluk)

Auch zur Forderung der GRH APPG, Kreditkarten für das Online Glücksspiel zu sperren, nahm die Gambling Commission Stellung und versicherte, sich bereits im Beratungsprozess über die Verwendung von Kreditkarten für Online-Glücksspiele zu befinden.

Im Juli veröffentlichte die Glücksspielkommission die Ergebnisse einer Sondierung, die Daten und Meinungen von Glücksspielanbietern, Wohltätigkeitsorganisationen, Finanzinstitutionen und weiteren Beteiligten zum Einsatz von Kreditkarten fürs Online-Glücksspiel sammelte. Derzeit prüfe sie, ob die Nutzung von Kreditkarten vollständig für Online Casinos verboten werde oder Begrenzungen eingeführt werden sollten.

Erst Anfang dieses Jahres habe die Glücksspielkommission darüber hinaus ihre nationale Strategie zur Verringerung von Schäden durch Glücksspiele veröffentlicht. Diese lege den Rahmen für die Verbesserung der Unterstützung bei der Prävention, Aufklärung und Behandlung der Glücksspielsucht fest und schließe die Zusammenarbeit mit dem öffentlichen Gesundheitsdienst (NHS) mit ein.

Zudem befasse man sich mit der Frage, wie das Design von Glücksspielprodukten sicherer gestaltet und Werbetechnologien zum Schutz von Kindern und schutzbedürftigen Personen eingesetzt werden können.

Die Glücksspielkommission freue ich darauf sicherzustellen, dass die GRH APPG dieses umfassende Regulierungsprogramm vollständig verstehe.