UK Gambling Commission hat in den letzten 5 Jahren 58,9 Mio. Pfund an Strafen verhängt

Veröffentlicht am: 10. März 2020, 11:21 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 10. März 2020, 12:58 Uhr.

Die britische Glücksspielkommission UK Gambling Commission (UKGC) [Seite auf Englisch] zählt zu den härtesten Kontrollbehörden, wenn es um die Verhängung von Geldstrafen geht. So forderte sie von den Glücksspielunternehmen zwischen 2014 und 2019 insgesamt 58,95 Mio. Pfund Sterling (GBP) ein.

UK Gambling Commission
Die UKGC hat in den letzten Jahren Millionenstrafen verhängt (Bild: Gambling Commission)

Die Summe geht aus einer Anfrage der Gambling Business Group (GBG), einer Interessenvertretung der britischen Glücksspielwirtschaft, bei der UKGC hervor. Dem Bericht der Regulierungsbehörde zufolge seien die millionenschweren Geldstrafen über einen Zeitraum von fünfeinhalb Jahren gegen eine Vielzahl von Unternehmen aus der Branche ausgesprochen worden.

Auszahlung an Spieler und für “sozial sinnvolle Zwecke“

Die Glücksspielkontrolleure beantworteten gleichzeitig die Frage nach der Verwendung der Summen. Rund 24 Mio. GBP seien den Spielern zugutegekommen, die durch die beanstandeten illegalen Praktiken Schaden erlitten hätten.

Einen kleinen Teil der Geldstrafen verwendete die UKGC intern. So nutzte sie 756.997 GBP zur Finanzierung eigener Nachforschungen, um illegalen Geschäftspraktiken der Branche auf die Schliche zu kommen.

Ein weitaus größerer Anteil sei nach Auskunft der Aufseher an soziale und karitative Organisationen gegangen: Die Kommission habe 35 Mio. GBP für “sozial sinnvolle Zwecke“ verwendet, um die negativen Auswirkungen des Glücksspiels zu lindern.

Nach Angaben des GBG-Vorsitzenden Peter Hannibal gestaltete sich die Recherche nach den Strafen und deren Verwendung nicht leicht:

“Als wir der damaligen Ministerin Tracey Crouch erstmals schrieben und die Information anschließend bei der Kommission anfragten, wurden wir (durch die Glücksspielkommission) informiert, dass sie dies nicht als eine Priorität ansähen.“

Allerdings habe sich die GBG daraufhin auf das Gesetz zur Informationsfreiheit berufen, nach dem die Allgemeinheit ein Recht darauf habe, von jeder öffentlich finanzierten Einrichtung Informationen über derlei Aktivitäten zu erhalten. Diesem habe die Kommission nun entsprochen, so Hannibal.

Fehlende Transparenz?

Gleichzeitig äußerte er Kritik an der fehlenden Transparenz bei der Verwendung der Strafgelder. So bemängelt er, dass es keine Möglichkeit gäbe nachzuprüfen, ob die Summen effektiv eingesetzt würden und den erwünschten Erfolg gezeigt hätten.

Damit laufe die Kommission ihren eigenen Standards zuwider, so der GBG-Boss. Schließlich halte sie in diesen fest, dass die Effektivität der Beihilfen genau geprüft werden solle.

Allerdings pflichtete Hannibal der Aussage der Kommission bei, dass jeder Beitrag, der die negativen Auswirkungen des Glücksspiels mindere, hilfreich sei.