Borussia Dortmund hat die Zeiten der Zeit erkannt, denn um der wachsenden Bedeutung der Ausstrahlung von Inhalten auf Internetplattformen gerecht zu werden, weitet der Club sein Web-TV-Angebot in Zukunft kräftig aus.

Web-TV Dortmund

Sportradar entwickelte das neue Web-TV für den BVB (Bild: bvb.de)

Wie der Fußballclub bekanntgab, schloss der BVB eine entsprechende Vereinbarung mit seinem neuen Medienpartner Sportradar ab. Aus dem bisherigen ‘BVB-Total’ wird ab sofort ‘BVB-TV’.

Das neue Konzept wurde von Sportradar in enger Zusammenarbeit mit den TV-Verantwortlichen des BVB entwickelt und in einer dreimonatigen Testphase intensiv geprüft. Berichten zufolge dürfen sich Fans auf ganz neue Blicke hinter die Kulissen des Clubs freuen.

Neben dem Check inhaltlicher Kriterien musste vor dem jetzt angekündigten Start insbesondere sichergestellt werden, dass das System auf unterschiedlichen Kommunikationskanälen wie Web, mobil und Social Media funktioniert.

Es ist geplant, dass täglich mindestens ein neuer Beitrag gesendet wird und Statistiken und Analysen zum Verein stets auf dem aktuellen Stand sind. Carsten Cramer, einer der BVB-Geschäftsführer, zeigte sich von der intensivierten Kooperation begeistert:

“Als Borussia Dortmund wollen wir unsere Fans bestmöglich rund um unsere Spiele und mit unseren Spielern interagieren lassen. Wir haben mit Sportradar deshalb auch unsere bisher bestehende Videoplattform einer Evaluierung unterzogen und uns für eine signifikante Weiterentwicklung entschieden. Sportradar hat uns als idealer Partner dafür begeistert, und ich freue mich darauf, dass wir die neue Saison mit einem neuen und verbesserten ‘BVB-TV’ bestreiten können.”

Sportradar ist ein wichtiger Partner der Wettbranche

Sportradar ist Experte für Erfassung, Aufbereitung und Analyse von Sportdaten und -inhalten. Das Unternehmen aus der Schweiz arbeitet für viele Kunden aus der Sportwetten-Branche und Sportverbände wie UEFA oder IOC. Der BVB ist der erste deutsche Fußballclub, den Sportradar als Medienpartner gewinnen konnte.

Durch seine umfassenden Analyse- und Trackingmethoden wurde Sportradar zu einem wichtigen Anbieter für die Wettbranche. Für diese Unternehmen entwickelt Sportradar detaillierte Werkzeuge zur Überwachung der Aktivitäten auf ihren Webseiten, sodass verdächtige Entwicklungen schnell entdeckt werden können. Auf diese Weise schützen sich die Anbieter von Sportwetten vor Manipulationen und bekämpfen Versuche von Spielbetrug.

Umfassendes Web-TV nicht nur beim BVB

Sportradar

Sportradar arbeitet mit vielen Kunden aus der Sport- und Wettbranche (Bild: sportradar)

Mit ihrem Angebot sind die Dortmunder allerdings nicht allein, denn inzwischen bieten die meisten Bundesliga-Clubs und viele Vereine der zweiten Liga ihren Fans ein Web-TV-Angebot.

Dieses geht über die Beiträge in der ARD-Sportschau dem ZDF-Sportstudio weit hinaus, denn neben Spielszenen werden Hintergründe und Interviews mit Spielern und Verantwortlichen der jeweiligen Vereine gezeigt. Dazu kommen Fans in den Genuss von Matches wie beispielsweise Test- und Freundschaftsspielen oder öffentlichen Veranstaltungen in Trainingslagern, die nicht im Fernsehen übertragen werden.

Sind die Vereine bei Ausstrahlungen von Spielszenen aus der Bundesliga oder von internationalen Matches der Champions oder Europa League an feste VT-Verträge gebunden, können sie bei den in Eigenregie durchgeführten Partien sehr viel umfangreicher berichten. Dabei ist es gerade der exklusive Zugang der Web-TV-Macher zu den Vereinsvertretern auf und neben dem Platz, der auf die Fans einen besonderen Reiz ausüben dürfte.

In den meisten Fällen ist das Angebot nicht umsonst. Top-Clubs wie Bayern, BVB, Mönchengladbach oder Schalke verlangen für den Zugang zu ihrem exklusiven Material meist einen Jahresbeitrag von knapp 40 Euro. Dafür können die Fans jederzeit und an jedem Ort auf das Angebot zugreifen und kommen auch mit ihren Mobilgeräten in den Genuss des Web-TVs.

Kleinere Clubs wie die Teams aus Hannover, Nürnberg oder Freiburg stellen ihr Material hingegen kostenlos zur Verfügung. Ihnen entgehen damit jedoch Einnahmen, die bei vielen zehntausend Abonnenten schnell in die Millionen gehen können.

Zuschauer- und Umsatzmagnet Dortmund

Borussia Dortmund ist nach Bayern München wirtschaftlich der zweiterfolgreichste Verein in Deutschland. Der Umsatz des Clubs knackte in der Saison 2016/17 erstmals die Marke von 400 Millionen Euro. Mit 405,7 Millionen Euro erzielten die Dortmunder gegenüber der vorangegangenen Saison ein Plus von annähernd 8 Prozent und erzielten ein Ergebnis nach Steuern von 8,2 Millionen Euro.

Auf und Ab der BVB-Aktie an der Börse

Der BVB ist der einzige deutsche Fußballverein, dessen Anteile an der Börse gehandelt werden. Seit 2002 ist die Aktie notiert und erlebte seitdem ein heftiges Auf und Ab. Nach dem Einführungskurs von knapp 10 Euro sank der Wert im Gleichschritt mit wirtschaftlichen Turbulenzen bis in das Jahr 2009 auf nur noch 90 Cent. Seit der Club jedoch national und international erfolgreich spielt, erholte sich der Kurs und liegt nach einem Zwischenhoch von 8,10 Euro in 2017 inzwischen bei 6,20 Euro.

Auch in der Zuschauergunst gehört der Verein zu den Top-Clubs im Lande. Mit 154.000 Mitgliedern belegt der BVB etwa gleichauf mit dem Lokalrivalen Schalke 04 den zweiten Platz der mitgliederstärksten Vereine (Platz 1: FC Bayern, 290.000 Mitglieder).

Bei den Zuschauerzahlen liegen die Dortmunder sogar vorne. Ihr Stadion, der Signal Iduna-Park, ist seit Jahren bei jedem Spiel annähernd ausverkauft, was dem Verein einen Schnitt von 79.496 Besuchern beschert. Allein in der letzten Bundesliga-Saison empfing der BVB über 1,3 Millionen Besucher.

Mit Hilfe des neuen Web-TVs sollen Reichweit und Strahlkraft des Vereines weiter steigen, dann auf diese Weise bekommen auch Fans aus anderen Regionen oder Ländern die Möglichkeit, stets ganz nah an ihrem Lieblingsverein zu sein.