Das Warten hat ein Ende: Dieses Wochenende beginnt für 18 Mannschaften der zweiten Liga die Saison 2018/2019. Auch die beiden großen Aufstiegsfavoriten müssen ran.

 

Pokal der zweiten Bundesliga

2. Bundesliga (Quelle: dpa)

 

Im deutschen Unterhaus wird dieses Wochenende wieder gekickt. Die Traditionsmannschaften aus Hamburg und Köln gehen dabei als die großen Favoriten in die Saison.

Kampf um den Aufstieg

In dieser 45. Zweitligasaison wird der Aufstieg nur über die zwei großen Favoriten Köln und Hamburg laufen, da sind sich die Experten einig. Dahinter tummeln sich allerdings noch einige Mannschaften, die durchaus in den Kampf um die ersten Plätze eingreifen können.

Nach einer turbulenten letzten Saison wird dem VFL Bochum eine starke Rolle in der kommenden Runde zugetraut. Mit Robin Dutt weiß man einen erstligaerfahrenen Trainer in seinen Reihen. In der letzten Saison hat Dutt gezeigt, dass er durchaus auch in der zweiten Liga erfolgreich sein kann.

Auch Union Berlin könnte nach einer enttäuschenden Saison 2017/2018 wieder oben angreifen. Nachdem die Führungsriege innerhalb eines Jahres fast komplett ausgetauscht wurde, kann man sich nun in Berlin-Köpenick wieder auf Fußball konzentrieren. Großes Plus für die Berliner sind hierbei der starke Rückhalt bei den Fans: 11.500 verkaufte Dauerkarten sprechen für sich.

Hamburg startet mit Derby

Der Absteiger aus Hamburg muss gleich zu Beginn der Saison zum Derby gegen Kiel ran. Im ersten Saisonspiel erwartet die Mannschaft von Trainer Christian Titz eine vermeintlich schwierige Aufgabe. Die Kieler, letzte Saison noch an Wolfsburg in der Bundesliga-Relegation gescheitert, haben einen Umbruch hinter sich, mussten viele Abgänge kompensieren und müssen ihre Klasse unter dem neuen Trainer Tim Walter erst noch beweisen.

Für die Hamburger wird dieses Spiel bei den „Störchen“ ein ganz besonderes: Zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins wird man zu einem Spiel in der zweiten Liga antreten. Nach dem ersten Abstieg des Bundesliga-Dinos wird der dreimalige deutsche Meister sich nicht nur an den etwas ruppigeren Spielstil der zweiten Liga gewöhnen müssen, sondern auch an die neuen Anstoßzeiten.

Bei den Hamburgern darf man insbesondere auf die Leistung von Lewis Holtby gespannt sein. Der 27-jährige konnte sich bei den Hamburgern gegen Ende der letzten Saison wieder ins Rampenlicht spielen. Der ehemalige Nationalspieler könnte nach seiner langen Schwächephase ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Saison des Hamburger SV werden.

Köln muss ins Revier

Der große Rivale der Hamburger um den Aufstieg, der 1.FC Köln, muss für sein erstes Zweitligaspiel nach vier Jahren im Oberhaus nach Bochum reisen. Die Mannschaft um den neuen Coach Markus Anfang hofft auf einen erfolgreichen Start in die wichtige Saison.

Mit Jonas Hector stellen die Kölner den einzigen aktuellen deutschen Nationalspieler innerhalb der zweiten Liga. Der gebürtige Saarländer tritt den Gang in die zweite Liga mit voller Motivation an. Für den Linksverteidiger ist die neue Saison auch eine Chance, die schwachen Auftritte der Nationalmannschaft bei der WM in Russland vergessen zu machen.

Der Kölner Torwart Timo Horn lässt bei der Formulierung des Saisonziels keine Fragen offen:

“Wir müssen den Kampf annehmen. Es gibt für uns keine Alternative. Der Aufstieg ist die einzige Option”

Timo Horn vom 1. FC Köln

Timo Horn vom 1. FC Köln (Quelle: sportstotal)

Ungleiche Ausgangsbedingungen

Die Attraktivität der Mannschaften und deren Topspieler ist diese Saison sicherlich ein Plus der zweiten Liga. Die großen Namen und traditionsreichen Vereine sorgen allerdings auch für eine größer werdende Kluft zwischen arm und reich in der Liga.

Die beiden Aufstiegsfavoriten Köln (23,95 Mio.) und Hamburg (20,71 Mio.) kassieren das Doppelte an Fernsehgeldern im Vergleich zu ihren Konkurrenten aus Heidenheim (10,21 Mio.) oder St. Pauli (11,48 Mio).

Auch im Bezug auf die Marktwerte der Spieler werden die Unterschiede immer größer. Die Mannschaft des 1.FC Köln hat einen Gesamtmarktwert von 75,25 Mio. Euro. Im Vergleich hierzu sind alle Spieler des Aufsteigers aus Magdeburg nur 8,80 Mio. Euro wert.

Diese Entwicklung erinnert an den Trend in der ersten Liga, in der sich die Mannschaften, die an der Champions League teilnehmen, auf einem anderen finanziellen Niveau bewegen als der Rest der Liga.

Moderate Ausgaben auf dem Transfermarkt

Den Auswüchsen des internationalen Transfermarktes trotzen die Mannschaften der zweiten Bundesliga bisher erfolgreich. Der teuerste Einkauf des Sommers war der ehemalige Kieler Dominick Drexler, der über den Umweg FC Midtjylland für eine Ablöse von 4,5 Mio. Euro zum 1. FC Köln gewechselt ist.

Insgesamt wurden bisher ligaübergreifend 25 Millionen Euro für Spielertransfers ausgegeben. Zum Vergleich: der FC Cardiff aus der zweiten englischen Liga hat in dieser Sommerpause alleine bereits 30 Mio. in neue Spieler investiert.

Fanansturm auf Dauerkarten

Bei den Anhängern ist die zweite Bundesliga nach wie vor beliebt. Fast 180.000 Dauerkarten konnten die Vereine bisher verkaufen. Die höchste Nachfrage gab es in Köln, trotz der enttäuschenden letzten Saison konnten die Kölner dieses Jahr wieder 25.500 Dauerkarten an den Mann bringen.

Buchmacher mit klarer Tendenz       

Auch bei den Wettanbietern sind die Favoritenrollen klar verteilt. Tipico bietet eine Quote von 1,35 für den Tipp an, dass der 1. FC Köln aufsteigt. Wenn man Köln als Meister tippt, liegt die Quote bei 3,00. Wer auf den Hamburger SV als Meister tippt bekommt immerhin eine Quote von 5,00 angeboten.

Bei Bet3000 sind die Erwartungen ähnlich. Wer Köln als Meister tippt, kann derzeit mit einer Quote von 3,00 rechnen. Wer Hamburg am Ende ganz vorne sieht, bekommt eine Quote von 3,50 angeboten.

Einen echten Außenseitertipp kann man landen, wenn man Erzgebirge Aue die Meisterschaft zutraut. Tipico bietet für eine Meisterschaft der Auer eine Quote von 100,00 an, Bet3000 sogar eine Quote von 151,00.