Online-Glücksspiel in Belgien auf Rekordhöhe angestiegen

Veröffentlicht am: 31. May 2022, 01:58 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 31. May 2022, 01:58 Uhr.

Der belgische Online-Glücksspiel-Markt hat im Jahr 2021 ein neues Rekordvolumen erreicht. Zum ersten Mal hätten Online-Casinos und Online-Sportwetten-Betreiber mehr Umsatz generiert als die terrestrischen Glücksspiel-Betreiber. Dies geht aus dem am Montag veröffentlichten Jahresbericht [Download auf Französisch verfügbar] der belgischen Glücksspiel-Behörde (CJH) hervor.

Casino Kursaal Oostende Außenansicht
Die landbasierten Casinos hingegen haben starke Umsatzeinbrüche verbucht (Bild: Flickr/Visitflanders/CC BY-NC-ND 2.0)

Insgesamt habe der legale Glücksspiel-Markt des Landes im letzten Jahr Bruttoumsätze von 969,1 Mio. Euro generiert. 61 % davon (595,9 Mio. Euro) entfielen auf das Online-Glücksspiel. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 seien die Umsätze der Online-Glücksspiel-Betreiber um 18 % gestiegen. Gleichzeitig sei der Umsatz der landbasierten Anbieter um 47,6 % eingebrochen.

Aktuell sind in Belgien rund 15.000 von der Glücksspiel-Behörde ausgestellte Lizenzen aktiv. Lediglich 72 davon betreffen das Online-Glücksspiel. Die neun landbasierten Casinos des Landes halten jeweils eine Zusatzlizenz für den Betrieb eines Online-Casinos. Darüber hinaus gibt es weitere 46 lizenzierte Online-Casinos, die von anderen landbasierten Glücksspiel-Anbietern betrieben werden. Für den Bereich Online-Sportwetten hingegen liegen 25 Lizenzen vor.

Während der Pandemie habe die Anzahl der Online-Spieler stark zugenommen. So hätten die Online-Glücksspiel-Plattformen Ende 2021 insgesamt 136,888 aktive Spieler-Accounts gezählt. Seit 2019 habe sich die Anzahl der Spieler somit verdoppelt.

Sorge um einen Anstieg des Schwarzmarkts

Mit dem Anstieg der Spielerzahl sei 2021 auch die Liste der vom Glücksspiel ausgeschlossenen Personen angewachsen. Neben den 57.000 Menschen, die auf Basis ihres Berufs vom Glücksspiel ausgeschlossen sind (beispielsweise Richter oder Polizeibeamte), hätten sich 39.279 freiwillig vom Glücksspiel ausgeschlossen. 81.000 weitere Personen seien durch Dritte, darunter auch die Glücksspiel-Anbieter selbst, ausgeschlossen worden.

Der starke Anstieg gesperrter Spieler lasse jedoch Rückschlüsse auf einen Anstieg problematischen Spielverhaltens zu. Dies sei besorgniserregend und müsse untersucht werden, heißt es im Bericht weiter.

Die CJH-Präsidentin Magali Clavie warnt in diesem Zusammenhang auch vor einem Anstieg des Schwarzmarktes, der im Falle der von der Politik geplanten Einschränkungen für legale Anbieter drohe.

Es ist notwendiger denn je, die Online-Spieler und -Sportwetten-Kunden zu schützen, indem man ihnen eine sichere und kontrollierte Spielumgebung bietet. Ob es uns nun gefällt oder nicht, die Spieler sind stets in Versuchung, sich illegalen Angeboten zuzuwenden, die immer aggressiver präsentiert werden und keinerlei Spielerschutz bieten.

Die Behörde gehe ihrerseits gegen Online-Anbieter ohne Lizenz vor. Illegale Betreiber würden gewarnt und mithilfe von IP-Blocking gesperrt. Mittlerweile befänden sich 307 Online-Glücksspiel-Plattformen auf der von der Behörde geführten schwarzen Liste.