Die Wintersportsaison hat begonnen und die ersten Wettkämpfe werden auf den Skipisten ausgetragen. Doch nun scheint der Schneemangel, ausgelöst durch den Klimawandel, beliebte Skigebiete zu bedrohen und das Geschäft mit dem Wintersport könnte zu einer unsicheren Option für Veranstalter, Sportler, Gastronomen und Sportwetten-Anbieter werden.

Schnee, Skifahrer

Bedroht der Klimawandel den Wintersport? (Bild: pixabay.com)

Die Adventszeit hat begonnen, doch in vielen beliebten Skigebieten ist es noch nicht möglich, die Pisten hinunter zu jagen oder die verschneite Natur beim Skilanglauf zu genießen. Für zahlreiche Wintersportgebiete, beispielsweise Sölden in Tirol sowie in Schmallenberg oder Winterberg im Sauerland ist der Wintersport zu einem Risikogeschäft geworden.

Bereits seit mehreren Jahren müssen die Veranstalter und Betreiber der Wintersporteinrichtungen feststellen, dass die Pisten immer seltener gänzlich mit Schnee bedeckt sind.

Auswirkungen des Klimawandels lassen sich auch an den Gletschern beobachten

Sölden in Österreich ist ein beliebtes Skigebiet. Bei 3.048 Metern über dem Meeresspiegel versprach der kleine Kurort, der durch den Ski-Weltcup zum bedeutenden Zentrum des Wintersports geworden ist, stets verschneite Pisten und eine weiße Traumlandschaft.

Der Gletscher wurde in den 70er Jahren erschlossen. Heute stehen in der 3.000 Seelen Gemeinde 15.000 Hotelbetten bereit. Neben den Wintersport-Möglichkeiten zählen außerdem der Aqua Dom und die Arena 47, ein Action-Freizeitpark, zu den Attraktionen. Jedes Jahr strömen 350.000 Touristen in den kleinen Tiroler Ort.

Doch auch hier lässt der Winter auf sich warten. Der für November 2018 geplante Auftakt der Saison im Riesenslalom musste wegen Schneemangels abgesagt werden.

Aus Sicht der Wintersportfans sind auch hier die Zukunftsaussichten wenig optimistisch. Von dem einst riesigen Gletscher ist nur noch wenig übrig. Wissenschaftler rechnen damit, dass sich der Schneefall in den Alpen bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um 70 % reduzieren und die Zugspitze zum einzigen deutschen Skigebiet werden wird.

Mit Schneekanonen gegen die Erderwärmung schießen

Schneekanone

Schneekanonen kosten viel Wasser und Energie. (Bild: pixabay.com)

Um dem Schneemangel entgegenzuwirken, werden Schneekanonen eingesetzt, die Wasser in Eiskristalle umwandeln. Doch die Umwandlung benötigt neben Energie auch viel Wasser. Aus diesem Grunde werden spezielle Speicherseen angelegt.

Allerdings wird aufgrund der ausgebliebenen Niederschläge auch in den Alpen das Wasser immer knapper. Je mehr sich der Planet erwärmt, desto teurer wird es, künstlichen Schnee zu produzieren.

Es stellt sich demnach zunehmend die Frage, ob es überhaupt noch rentabel ist, Schneekanonen einzusetzen. Außerdem ist es ungewiss, was passiert, wenn die Niederschläge weiterhin ausbleiben.

Der Einsatz der Schneekanonen kann zwar dafür sorgen, dass die Pisten mit Schnee bedeckt werden, dennoch ist diese Vorgehensweise nicht unbedenklich, wie Axel Döring, Sprecher des Arbeitskreises Alpen beim Bund Naturschutz, sagt. Seiner Meinung nach stelle diese Maßnahme einen schwerwiegenden Eingriff ins Ökosystem dar, denn es würden zu viel Strom und Wasser benötigt:

„Im gesamten Alpenraum wird bereits eine Fläche beschneit, die der Wasserfläche des Bodensees entspricht. Dabei kommt eine Wassermenge zum Einsatz, die höher ist als die Stadt München pro Jahr verbraucht. Der Stromverbrauch liegt etwas über dem Jahresverbrauch von Nürnberg. Das ist schon sehr energierelevant. Das alleine bringt das Klima zwar nicht um, ist aber ein fatales Signal, wenn man glaubt, mit einem solch großen Energieeinsatz den Winter zurückkaufen zu können.“

Er sagte weiterhin:

“Um den Kunstschnee effizient einzusetzen, müssen die Pisten zudem besonders gut planiert werden, da jede Unebenheit mehr Kunstschnee zur Präparierung braucht. Im Sommer hat das Ganze zur Folge, dass das Wasser viel schneller abläuft. Die Gefahr von Murenabgängen und Bodenerosion steigt.“

Zu wenig Schnee kann zu schweren Schäden führen

Der Klimawandel ist eine Bedrohung für den Wintersport und die Branchen, die damit verknüpft sind. Dazu gehören unter anderem der Tourismus, der Wintersport und die Sportwetten-Branche.

Doch den schwersten Schaden nimmt die Natur selbst, wie ein Experiment zeigt, das Forscher im Hubbard Brook Wald in New Hampshire, USA, durchgeführt und im Fachmagazin Global Change Biology veröffentlicht haben. Durch den Klimawandel erhöht sich die Temperatur, was dazu führt, dass Schnee immer später fällt und früher schmilzt.

Wald

Wälder durch Schneemangel bedroht. (Bild: pixabay.com)

Die Wissenschaftler entfernten im Rahmen ihrer Studie fünf Jahre lang die Schneedecke in einem Teil des Waldes und verglichen anschließend die Folgen für die Bäume. Da der Schnee fehlte, konnte der Frost tiefer in den Boden eindringen, so dass die Baumwurzeln beschädigt wurden.

Dadurch war das Wachstum der Bäume behindert, was dazu führte, dass sie weniger Nährstoffe und auch weniger CO2 aufnehmen konnten. Eine weitere Folge war, dass die Insektenpopulation, die im Boden lebte, stark zurückging.

Laut Prognose der Wissenschaftler führt die Veränderung des Winterklimas zu einer Reduktion des Baumwachstums von bis zu 40 %. Die Forscher schätzen, dass sich die Waldfläche im Nordosten der USA zum Jahre 2099 um 50 % reduzieren wird. Die Resultate des Experiments dürften sich auch auf die Situation in Europa übertragen lassen.

Aber wie werden die Auswirkungen aussehen? Werden schneebedeckte Berge und Wälder bald nur noch selten zu sehen sein? Was bedeutet diese Entwicklung für den Wintersport? Bleibt zu hoffen, dass Maßnahmen für den Umweltschutz ein Fortschreiten der Zerstörung der Natur aufhalten können.