Klage gegen BetEasy: Australierin fordert Gewinn von 1,44 Mio. AUD ein

Veröffentlicht am: 14. September 2020, 02:10 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 14. September 2020, 02:12 Uhr.

Der australische Online-Buchmacher BetEasy sieht sich seit Mai mit der Klage einer Spielerin konfrontiert. Wie die Tageszeitung The Sydney Morning Herald heute berichtet [Seite auf Englisch], versuche eine Australierin, einen vermeintlichen Gewinn in Höhe von 1,44 Mio. AUD (umgerechnet 882.529 Euro) von dem Wettanbieter einzuklagen.

Australische Dollar
Der Buchmacher verweigerte der Gewinnerin ihren 1,4 Mio. AUD Gewinn (Bild: Pixabay)

Renee Bell soll im Mai 2018 fünf Kombi-Wetten im Wert von je 100 AUD auf der BetEasy-Webseite abgeschlossen haben. Die erste Wette habe aus vier Sieg/Platz-Wetten für Pferdesport-Events und einem Spiel der Australian Football League bestanden.

Da sie mit allen fünf Teilen der Wette richtig gelegen habe, habe die Wette ihr gemäß der Wettquoten insgesamt 1.260.748,80 AUD eingebracht. Auch ihre anderen vier Wetten hätten sich als erfolgreich erwiesen und ihr zusätzliche 182.447,10 AUD Gewinn beschert.

Die dadurch entstandene Gesamtsumme von 1,44 Mio. AUD habe sie jedoch nie erhalten. Stattdessen soll der Buchmacher ihr einmalig 250.000 AUD für die erste Wette ausgezahlt und die restlichen vier Wetten unter Rückzahlung ihres Einsatzes gestrichen haben. Als Begründung habe BetEasy mitgeteilt:

Der maximale Auszahlungsbetrag für Kombi-Wetten im Pferdesport und Sport sowie in der Kombination beider liegt bei 250.000 AUD. Es liegt in Ihrer Verantwortung, sicherzustellen, dass die Einsätze gemäß diesen Limits getätigt werden.

Der Buchmacher habe darauf hingewiesen, dass diese Gewinn-Limits in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nachzulesen seien.

Automatische Anmeldung und Vorenthaltung der AGBs

Dieses Argument sei in ihrem speziellen Fall jedoch nicht gültig, behauptet Bell. Sie habe sich nämlich nie persönlich bei dem Online-Buchmacher angemeldet und habe somit auch die AGBs nicht explizit vorgelegt bekommen. Dementsprechend habe sie diesen auch nicht zugestimmt.

Ihre Anmeldung sei stattdessen ohne ihre Kenntnis erfolgt, als sie eine Mitgliedschaft im Crown Casino Signature Club abgeschlossen habe. Das Crown Casino soll in diesem Zusammenhang automatisch einen Online-Spieleraccount bei seinem Tochterunternehmen BetEasy (vormals CrownBet) kreiert haben. In den Gerichtsunterlagen heiße es dazu:

Als sie dem Crowns Signature Club beitrat, stimmte sie den AGBs von CrownBet nicht zu und wurde auch nicht auf die AGBs aufmerksam gemacht. Als sie sich dann das erste Mal in ihren CrownBet-Account eingeloggte, stimmte sie den AGBs ebenfalls nicht zu und wurde nicht darauf aufmerksam gemacht.

Laut The Sydney Morning Herald werde der Fall nun von einem der Obersten Gerichtshöfe behandelt. Am 13. November solle die erste Anhörung stattfinden. Abzuwarten bleibt, ob Bell den Gesamtbetrag von 1,44 Mio. AUD tatsächlich mit Erfolg einklagen können wird.