Investment-Unternehmen Apollo expandiert weiter in weltweiten Glücksspiel-Markt

Veröffentlicht am: 15. November 2020, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 13. November 2020, 04:18 Uhr.

Der US-amerikanische Investment-Konzern Apollo Global Management verstärkt seine Bemühungen, sich am weltweiten Glücksspielmarkt weiter zu etablieren. Aktuell visiert das Unternehmen mit dem geplanten Kauf des Glücksspiel-Unternehmens Great Canadian Gaming den kanadischen Markt an. Über Investitionen in die tschechische SAZKA Group plane Apollo zudem den Durchbruch in Europa.

US-Investmentfirma Apollo Global Management investiert weltweit ins Glücksspiel (Bild: Pixy/CC0 Public Domain)

Wie der kanadische Nachrichtensender CBC in dieser Woche berichtet hat [Seite auf Englisch], wolle Apollo den kanadischen Glücksspielriesen Great Canadian Gaming aufkaufen. Das 1982 gegründete Unternehmen betreibt heute 25 Casinos in Kanada.

Im Rahmen ihres Deals hätten sich beide Parteien auf einen Kaufpreis von 39 CAD (umgerechnet 25,13 Euro) pro Aktie geeinigt. Die Übernahme koste Apollo somit insgesamt 3,3 Mrd. CAD (knapp 2,12 Mrd. Euro).

Apollo will Arbeitsplätze schaffen

Im Falle der erfolgreichen Firmenübernahme solle das Hauptquartier von Great Canadian Gaming auch weiterhin in Toronto bleiben. Auch für die Angestellten, die aufgrund der Corona-bedingten Zwangsschließungen einen beträchtlichen Teil des Jahres im Zwangsurlaub verbracht hätten, gebe es kein Grund zur Sorge. So erklärte ein Sprecher Apollos gegenüber CBC:

Wir streben danach, schnellstmöglich so viele Angestellte beschäftigen zu können wie vor COVID. Und wir gehen davon aus, dass die Mitarbeiterzahl von Great Canadian, angesichts des zu erwartenden Unternehmenswachstums, unter unserer Leitung ansteigen wird.

Laut Rod Baker, dem CEO von Great Canadian Gaming, handle es sich daher um einen hervorragenden Deal. Allerdings sei dieser noch nicht ganz in trockenen Tüchern.

So hätten einige der kleineren Anteilseigner des Unternehmens Bedenken und Kritik an der Übernahme geäußert. In ihren Augen spiegle der Deal nicht den wahren Wert des Unternehmens wider. Sie würden daher bei der anstehenden Abstimmung im Dezember gegen die Vereinbarung votieren.

Über SAZKA und William Hill nach Europa

Unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen in Kanada plant der Investment-Konzern auch in Europa den großen Glücksspiel-Durchbruch. So ist Anfang dieser Woche bekannt geworden, dass Apollo 500 Mio. Euro in die tschechische SAZKA Group investieren will.

Die SAZKA Group ist nicht nur Inhaberin der tschechischen Lotterie, sondern auch Mehrheitseignerin der Casinos Austria AG. Darüber hinaus hält sie 32,5 % der Anteile des griechischen Glücksspiel-Konzerns OPAP sowie 38 % der Anteile der italienischen Nationallotterie.

Inwieweit Apollo dadurch künftig an den nationalen und internationalen Geschäften der Gruppe beteiligt sein wird, ist jedoch unklar. In Bezug auf den europäischen Glücksspielmarkt könnten sich auch über den britischen Buchmacher William Hill neue Chancen für Apollo eröffnen.

Nach eigener Angabe schließe Apollo nicht aus, in die europäischen William-Hill-Geschäfte einzusteigen. Ursprünglich wollte die Investmentfirma im September das US-Geschäft William Hills aufkaufen. Mittlerweile hat Apollo sein Gebot jedoch zurückgezogen.