Parlamentarier untersuchen Kompetenz der britischen Glücksspiel-Aufsicht

Veröffentlicht am: 20. September 2021, 02:02 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 20. September 2021, 02:10 Uhr.

Die parteiübergreifende Glücksspiel-Gruppe des britischen Parlaments (All Party Betting & Gaming Group, APBGG) hat offizielle Untersuchungen gegen die britische Glücksspiel-Aufsicht UKGC eingeleitet. Überprüft werden sollen die Kompetenz und Effizienz der Behörde in Bezug auf die ihr anvertrauten Aufgaben, heißt es auf der Webseite der APBGG [Seite auf Englisch].

Complain Beschwerde Finger Mann im Anzug
Lizenznehmer sollen sich anonym über die Glücksspiel-Aufsicht beschweren können (Bild: Nick Youngson CC BY-SA 3.0 Pix4free.org)

Anlass zur Untersuchung gegeben hätten vor allem im letzten Jahr veröffentlichte Berichte des Rechnungshofs, des Rechnungsprüfungsausschusses und des Glücksspiel-Komitees des Oberhauses. Der Prüfung der Arbeitsvorgänge der UKGC solle daher im Geschäftsjahr 2021/2022 besondere Priorität geschenkt werden.

Die Gruppe hat den Eindruck, dass die Glücksspiel-Kommission nach Ansicht eines Großteils der Industrie viel mehr Mängel aufweist als in den Berichten 2020 dargestellt werden. Viele in der Branche haben das Bedürfnis nach deutlich tieferen strukturellen und kulturellen Veränderungen innerhalb der Organisation.

Angesichts der derzeitigen Revision des britischen Glücksspiel-Gesetzes aus dem Jahr 2005 sowie der anstehenden Ernennung eines neuen CEOs der UKGC sei der Zeitpunkt für eine umfangreiche Untersuchung der Glücksspiel-Behörde günstig.

Lizenznehmer erhalten neue Beschwerde-Plattform

Um den etwaigen Missständen innerhalb der Glücksspiel-Behörde auf den Grund zu gehen, erhielten insbesondere die Lizenznehmer ab sofort die Möglichkeit, sich in die Untersuchung einzubringen. Die APBGG habe dazu eine neue Plattform erstellt, über welche Glücksspiel-Anbieter Beschwerden und Kritik einreichen könnten.

Bislang sei die einzige Beschwerdestelle für UKGC-Anliegen die Glücksspiel-Aufsicht selbst gewesen. Anbieter befürchteten jedoch, Nachteile bei der Lizenzvergabe zu erfahren, wenn sie sich bei ihrem Lizenzgeber über dessen Arbeit beschwerten, so die APBGG.

Nach Analyse häufiger vergangener Beschwerden über die Glücksspiel-Aufsicht habe die Gruppe drei Kategorien erstellt, die besonders relevant erschienen:

  • Überschreitung der ihr anvertrauten Kompetenzen
  • Verstöße gegen Gesetze und Regularien
  • Inkompetente Arbeitsweise, schlechter Kundenservice und unangebracht hohe Lizenz-Gebühren.

Die APBGG werde die auf der neuen Plattform eingereichten Beschwerden eingehend prüfen und analysieren und dann in anonymisierter Form in einem Bericht zusammenfassen.

Der Bericht werde dann dem für die Glücksspiel-Reform zuständigen Ministerium vorgelegt sowie zur öffentlichen Einsicht auf der Webseite der APBGG zur Verfügung gestellt. Die erste Deadline für das Einreichen von Beschwerden sei der 31. Oktober 2021.