Großbritannien kündigt Überprüfung der Glücksspielgesetze an

Veröffentlicht am: 22. April 2020, 01:28 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 22. April 2020, 01:30 Uhr.

In Großbritannien hat die parteiübergreifende All Party Betting & Gambing Group (APBGG) angekündigt, dass sie eine Überprüfung des Glücksspielgesetzes eingeleitet habe. Damit will die Parlamentariergruppe einem ähnlichen Vorhaben vorgreifen, wie es das Ministerium für Digitales, Kultur, Medien und Sport vorsehe. Dies haben lokale Medien heute berichtet.

Justizia, Recht, Gesetz
Eine parteiübergreifende Parlamentariergruppe kündigte eine Überprüfung der britischen Glücksspielgesetze an. (Bild: Pixabay/Tim Reckmann)

Die Überprüfung des Gambling Acts 2005 soll online erfolgen und es sind vier virtuelle Meetings vorgesehen, in denen es unter anderem um Fragen der öffentlichen Gesundheit und der nationalen Strategie zur Verringerung der Gefahren des Glücksspiels gehen soll. Zudem stünden, wie aus der Webseite der APBGG (Seite auf Englisch) hervorgeht, das Glücksspiel-Sponsoring im Fußball, die Glücksspiel-Werbung und die Frage der Zukunftsfähigkeit des Gambling Acts 2005 zur Debatte.

Die Conservative Party hatte bereits im November 2019 in ihrem Wahlprogramm eine Überprüfung des Gambling Acts 2005 angekündigt und wurde nach den Liberaldemokraten und der Labour Party die dritte Partei, die eine Änderung der Glücksspielgesetze Großbritanniens vorsah.

Online-Untersuchung angesichts der Ausgangsbeschränkungen während der Corona-Krise

Die Glücksspielbranche soll während der Untersuchung die Möglichkeit erhalten, schriftliche Stellungnahmen einzureichen. An den geplanten Meetings sollen Vertreter aller Glücksspiel-Sektoren und in diesem Bereich tätiger Organisationen teilnehmen.

Philip Davies, einer der Vorsitzenden der APBGG sagte:

„Als Mitvorsitzender der All-Party Betting and Gaming Group halte ich es für wesentlich, dass eine Überprüfung des 2005 Gambling Acts auf Beweisen beruht. Der Zweck dieser Sitzungen ist es, die Regierung über ihre Arbeit in diesem Bereich zu informieren. Wir möchten die berechtigten Bedenken, die die Menschen in Bezug auf die Glücksspiel-Industrie haben, anhören und auch sicherstellen, dass die Branche eine faire Anhörung erhält.“

Der Grund dafür, dass die Untersuchung ausschließlich online erfolge, seien die Ausgangsbeschränkungen während der Coronavirus-Krise. Die Ankündigung der APGGB dürfte auch eine Folge der jüngsten Meldungen zur Zunahme des Online-Glücksspiels während der Ausgangsbeschränkungen und zur Steigerung der Werbeaktivitäten der Online-Glücksspielbranche sein.

Als Reaktion auf diese hatte der Minister für Digitales, Kultur, Medien und Sport, Nigel Huddleston, heute die Glücksspielbranche zu besseren Spielerschutz-Maßnahmen aufgerufen.