Widerspruch zum Sponsoring: Australische Football-Liga entfernt Anti-Glücksspiel-Kampagne  

Veröffentlicht am: 29. August 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 27. August 2021, 04:25 Uhr.

Die australische Fußball-Liga ist in Kritik geraten, nachdem sie eine Anti-Glücksspiel-Kampagne von ihrer Webseite entfernte. Wie die australische Zeitung The Age am Freitag berichtet hat [Seite auf Englisch], habe die Liga die Kampagne nicht mit ihrer Sponsoren-Partnerschaft mit dem Sportwetten-Anbieter Sportsbet vereinbaren können.

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AFL bezeichnet das Entfernen der Kampagne als einen Fehler (Bild: PxHere)

Die Kampagne mit dem Titel „Love The Game Not The Odds“ [Liebe das Spiel, nicht die Quoten] sei von der Victorian Responsible Gambling Foundation (VRGF) gestartete worden.  Sie beinhalte unter anderem den Satz „Wir sagen Nein zu Glücksspiel-Sponsoring im Sport“.

Dies auf der eigenen Webseite einzublenden, aber gleichzeitig einen Sponsor aus der Glücksspielbranche zu haben, sei sichtlich widersprüchlich, so die Liga. Die Zeitung habe Einblick in eine E-Mail-Anfrage der AFL an die mit der Kampagne beauftragte Medienagentur erhalten. Darin heiße es:

Wir haben die Aktivität pausiert, weil wir Sportsbet als einen offiziellen Sportwetten-Partner haben, was nicht sehr gut mit der Kernaussage „Wir sagen Nein zu Glücksspiel-Sponsoring im Sport“ vereinbar ist. Gibt es irgendeine Möglichkeit, dass der Fokus stattdessen mehr auf das verantwortungsvolle Glücksspiel gelegt […] wird? Wenn wir es so belassen, wie es ist, dann ist das von unserer Seite aus etwas heuchlerisch.

Die Kampagne infolge des Interessenskonfliktes einzustellen, sei jedoch unmittelbar auf Kritik gestoßen. Die VRGF habe insbesondere beklagt, von der AFL über die Entscheidung nicht benachrichtigt worden zu sein. Die Liga habe stattdessen die bestehende Vereinbarung gebrochen, ohne gemeinsam nach einer Alternativlösung zu suchen.

„Fehler“ wiedergutgemacht?

Die Football-Liga sei nicht der einzige Kampagnen-Partner, der die Vereinbarung mit der VRGF gebrochen habe. Auch das Sportmedien-Portal ESPN, welches die Anti-Glücksspiel-Kampagne zuerst auf seiner Webseite präsentiert habe, habe diese nach kurzer Zeit wieder zurückgezogen.

Zu den Sponsoren-Partnern von ESPN gehören unter anderem Caesars Entertainment und DraftKings. Während das Unternehmen auf Nachfrage der Zeitung keinen Kommentar in der Angelegenheit habe abgeben wollen, habe sich die AFL inzwischen für ihr Handeln entschuldigt.

Zudem habe es das Entfernen der Kampagne als einen „Fehler“ bezeichnet. Die Kampagne sei daher wieder auf der Webseite präsent. VRGF-CEO Shane Lucas kommentierte das Vorkommnis:

Ein Großteil der AFL-Fans in Victoria sorgt sich darum, dass junge Menschen eine exzessive Menge an Sportwetten-Werbung sehen. Es war eine Enttäuschung, dass die AFL und ESPN die „Love The Game Not The Odds“-Kampagne von ihren Kanälen entfernt haben, aber wir akzeptieren die Erklärung der AFL, dass es sich um einen Fehler gehandelt hat, und erkennen das Engagement, unsere Kampagne erneut einzubringen, an.

Während die Botschaft „Wir sagen Nein zu Glücksspiel-Sponsoring im Sport“ nun wieder auf der Webseite und den Kanälen der AFL zu lesen ist, dürfte auch die Sorge der Liga, nach außen hin „heuchlerisch“ zu wirken zurück sein. Ob die AFL diesbezüglich weitere Kritik einstecken werden muss, bleibt abzuwarten.