Wegen Mitgliedschaft im Hells Angels Glücksspiel-Ring: Versicherung verweigert Zahlung

Veröffentlicht am: 23. November 2020, 01:54 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 23. November 2020, 01:55 Uhr.

Eine 44 Jahre alte Frau aus London, Ontario, Kanada, hat ihre Versicherung auf eine Zahlung von über 3,3 Mio. CAD (2,1 Mio. Euro) verklagt. Ihr Haus war durch einen Brand zerstört worden, nachdem Habiba Kajan wegen ihrer Beteiligung an den Aktivitäten eines illegalen Glücksspielrings der Hells Angels verhaftet worden war. Dies berichtete die London Free Press [Seite auf Englisch] am Wochenende.

Geld, Pistole, Patronen
Versicherung verweigert wegen Kontakten zu Hells Angels Zahlung für Hausbrand. (Bild: pixabay.com)

Nach Angaben der Versicherungsgesellschaft Heartland Farm Mutual habe Kajan gegen die Richtlinien verstoßen, da das Haus für illegale Aktivitäten genutzt worden sei. So seien dort Einkünfte aus Straftaten gewaschen, illegale Waffen gelagert und illegales Glücksspiel organisiert worden.

Kajans Haus wurde am 19. Dezember 2019 durch einen Brand zerstört, nachdem sie im Rahmen der „Operation Hobart“ verhaftet worden war. Bei der Operation Hobart handelte es sich um Ermittlungen gegen einen millionenschweren illegalen Glücksspielring, der von Mitgliedern der Hells Angels und einer Familie in Toronto betrieben worden sein soll. Die Ermittler befanden das Feuer als verdächtig, nahmen jedoch keine Festnahmen vor.

Kajan und das mutmaßliche Hells Angels-Mitglied Robert Barletta (50) wurden gemeinsam wegen sechs Straftaten angeklagt, darunter der Besitz einer geladenen Pistole und der Besitz von Gegenständen, die durch Straftaten erlangt worden sein sollen. Kajan wurde zusätzlich wegen illegaler Veranstaltung von Sportwetten und der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung angeklagt.

Versicherung wirft Klägerin Betrug vor

Vor Gericht habe Kajan laut der London Free Press behauptet, dass die Versichehrungsgesellschaft ihren Zahlungsverpflichtungen nicht unverzüglich nachgekommen sei. Auch sei keine ordnungsgemäße Untersuchung durchgeführt worden.

So verlange die Klägerin laut der achtseitigen Klageschrift 2 Mio. CAD für die Immobilie, 1 Mio. CAD für sonstige entstandene Schäden, 250.000 CAD für durch den Brand entstandene psychische Probleme und 100.000 CAD für Ersatzunterkünfte.

Der Verteidiger der Heartland Farm Mutual wies die Vorwürfe der Klägerin zurück und sagte, Kajan habe sich geweigert, bei den Ermittlungen mitzuwirken, indem sie die Genehmigung für den Zugang zum Polizeibericht abgelehnt und ihre Beziehungen zu den Hells Angels nicht offengelegt habe. Sie habe zudem die erforderlichen Dokumente nicht vorgelegt.

Weiter heißt es in der Erklärung der Verteidigung:

Aufgrund der Nichtmitarbeit des Klägers wurde die Untersuchung von Heartland, ob die Forderung zu zahlen ist, praktisch eingestellt.

Zudem sei die Forderung der Klägerin überzogen. So habe sich der Wert der Immobile nur auf 742.400 CAD belaufen. Darüber hinaus habe sie keinen Anspruch auf die geltend gemachten Unterhaltskosten, da sie bei ihrer Familie lebe.