Studie: Steigende Glücks­spiel-Nutzung bei britischen Viel­spielern

Veröffentlicht am: 2. November 2021, 11:16 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 2. November 2021, 01:01 Uhr.

In Großbritannien scheint die Corona-Pandemie zur wachsenden Glücksspiel-Nutzung bei der Gruppe der Vielspieler geführt zu haben. Darauf deuten die in dieser Woche von dem Online-Finanz- und Vergleichsportal NerdWallet veröffentlichten Daten einer neuen Studie hin. Demzufolge sei der Glücksspiel-Konsum bei Menschen, die mindestens einmal im Monat spielten, um durchschnittlich 38 % gestiegen.

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Die Corona-Lockerungen führten bei einigen Vielspielern in Großbritannien zu gesteigerter Glücksspiel-Nutzung. (Bild: Pixabay)

In der im Rahmen der Safer Gambling Awareness Week präsentierten Studie verglichen die Analysten das Nutzerverhalten vor Beginn der Pandemie mit Daten aus diesem Herbst. Dabei habe sich herausgestellt, dass der Glücksspiel-Konsum bei wöchentlichen Intensivspielern noch stärker angewachsen sei als bei regelmäßigen Spielern.

So hätten 63 % der Briten, die mindestens einmal in der Woche spielten angegeben, häufiger zu zocken als vor Beginn der Pandemie. Damit sei diese Gruppe am stärksten von dem Anstieg betroffen.

Connor Campbell von NerdWallet kommentierte das Ergebnis:

Durch den Mangel an Ablenkung während der harten Monate des Lockdowns scheint es den Menschen viel schwerer gefallen zu sein, ihr Glücksspiel zu kontrollieren. Und die Gewohnheiten, die sich in den letzten 18 Monaten herausgebildet haben, lassen sich auch nach den Lockerungen in Großbritannien nur schwer wieder ablegen.

Demnach habe eine Mehrheit von 62 % angegeben, das Glücksspiel-Verhalten auch nach Beginn der Lockerungen nicht maßgeblich eingeschränkt zu haben. Sogar 12 % hätten erklärt, mit Öffnung von terrestrischen Spielhallen und Wettbüros insgesamt noch mehr gespielt zu haben.

Vorhandener Wille zur Beschränkung

Dabei sei bei vielen Betroffenen der Wille vorhanden, ihr Spielverhalten zurückzufahren. 43 % der befragten regelmäßigen und Intensivspieler seien dazu bereit, so die Studie. Bei den Befragten, die täglich spielten, steige dieser Anteil sogar auf 57 %

Allerdings wüssten 42 % der Spieler nicht, wie sie den Konsum ohne fremde Hilfe einschränken könnten. Aus diesem Grund müsse besser auf bereits existierende Schutzmaßnahmen wie das Selbstausschluss-Register GamStop oder Web-Blocker für Glücksspiel-Seiten hingewiesen werden.

Die Analysten von NerdWallet betonen in ihrem Resümee zur Studie die erhöhte Gefahr, die aktuell von einem problematischen Spielverhalten ausgehe. Angesichts massiv gestiegener Preise für Energie, Lebensmittel und Benzin könnten Glücksspiel-bedingte finanzielle Verluste rasch in eine gefährliche Abwärtsspirale führen.

Connor Campbell zufolge zeige der hohe Anteil von hilfsbedürftigen Spielern die Bedeutung der Aktionswoche zum Spielerschutz. Ziel der Event-Reihe sei, Betroffenen die nötigen Tools und Kontaktstellen zu vermitteln, um zu einem verantwortungsvollen Spiel zu finden.

Doch auch Gesetzgeber und Anbieter seien gefragt. So befürworteten 42 % strengere Marketing- und Werberichtlinien für die Branche, um nicht zusätzlich zum Glücksspiel animiert zu werden. Dies treffe insbesondere auf Sportfans zu, von denen 53 % das zu große Werbeaufkommen der Buchmacher kritisierten.