Den Haag: Ringen um Standort für Automatencasino-Betreiber Hommerson

Veröffentlicht am: 24. April 2022, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 22. April 2022, 03:39 Uhr.

Medienberichten zufolge hat ein Oppositionsbündnis eine neues Automatencasino im Den Haager Stadtteil Loosduinen verhindert. Vertreter mehrerer Parteien hätten mitgeteilt, einem entsprechenden Vorhaben im Stadtrat „einen Riegel vorgeschoben“ zu haben.

Promenade Strand Scheveningen
Nach der Aufgabe eines Standorts an der Promenade von Scheveningen ist Glücksspiel-Betreiber Hommerson nun auf der Suche. (Quelle:unsplash.com/Moritz Lüdke)

Konkret gehe es um eine Standortsuche von Glücksspiel-Betreiber Hommerson. Dem Unternehmen war nach Verzicht auf eine Spielstätte auf dem Gelände des heutigen Legoland Discovery Centre in Scheveningen eine Ausweichmöglichkeit garantiert worden.

Konservative gegen Automatencasino

Das Ringen um den Umgang mit Automatencasinos in Den Haag geht in eine weitere Runde. Bereits seit Jahren befindet sich der Betreiber Hommerson auf der Suche nach einem neuen Standort für mindestens eine seiner Filialen.

Dass die Suche weitergehen wird, meldete in dieser Woche unter anderem das Nachrichtenportal Voorburgs Dagblad [Seite auf Niederländisch]. So habe die christlich-konservative ChristenUnie/SGP im Stadtrat einen Antrag gegen die geplante Ansiedelung eines Automatencasinos am De Savornin Lohmanplein im Stadtteil Loosduinen eingereicht.

Eine Mehrheit aus ChristenUnie/SGP, CDA, VVD, HSP, SP, Hart voor Den Haag und D66 habe den Antrag angenommen. Die ChristenUnie-Vorsitzende Judith Klokburg-Reedeker dazu im Statement:

Wir pfeifen den Stadtrat zurück: De Savornin Lohmanplein ist absolut kein geeigneter Ort für ein Casino. Es handelt sich nicht um einen touristischen Ort, und außerdem liegt er in der Nähe mehrerer (Grund-)Schulen. Wir sollten das Glücksspiel nicht normalisieren, und schon gar nicht für Kinder. Für die ChristenUnie/SGP ist klar: kein Casino in Loosduinen.

Der Stadtrat habe versucht, Loosduinen die Negativfolgen eines von ihm selbst initiierten „schlechten Geschäfts“ aufzubürden, so Klokburg-Reedeker. Auch unter den Anwohnern habe der Plan für Empörung gesorgt. So habe eine Anti-Spielhallen-Petition knapp 3.500 Unterschriften erhalten.

Eigenen Angaben zufolge habe die ChristenUnie/SGP bereits zuvor einen neuen Hommerson-Standort im Hafen von Scheveningen verhindert.

Legoland-Deal in Den Haag

Hintergrund der schwierigen Standortsuche ist ein Abkommen des Glücksspiel-Betreibers mit dem Stadtrat von Den Haag aus dem Jahr 2017. Damals hatte sich die Stadt dazu entschieden, der Promenade des Seebads Scheveningen eine neue Attraktion hinzuzufügen. Zwischen Sea Life-Aquarium und Trampolin Center lockt nun ein Legoland-Indoor-Park mit Angeboten wie einem Laserlabyrinth und einem 4D-Kino.

Der niederländische Automatencasino-Betreiber Hommerson unterhält Standorte in Scheveningen, Den Haag, Gouda, Zoetermeer, Vlaardingen, Nieuwegein und Zaandam. Eigenen Angaben zufolge hat das Unternehmen mit der Öffnung des niederländischen Marktes für Online-Glücksspiel eine entsprechende Lizenz beantragt. Aktuell warte es noch auf die Erteilung der Erlaubnis. Bei Erhalt plane der Betreiber die Erweiterung seines Spielangebots um Online-Casinospiele und Sportwetten.

Für die Errichtung der Klemmbaustein-Arena hatte eine Spielhalle von Betreiber Hommerson weichen müssen. Medienberichten zufolge habe sich das Unternehmen durchaus zufrieden mit dem sogenannten „Legoland-Deal“ gezeigt. So sei die Spielhallen-Konkurrenz in Scheveningen ohnehin sehr groß gewesen, ein Umzug in einen anderen Stadtteil also auch aus Sicht Hommersons vorteilhaft.

Wie es nun mit der Standortsuche weitergehen wird, scheint bis auf Weiteres offen. Weder der Stadtrat noch der Spielhallenbetreiber sollen sich bislang öffentlich zu dem Loosduinen-Aus geäußert haben.