Dänische Aufsichtsbehörde klärt über Videospiele auf

Veröffentlicht am: 15. Juni 2019, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 14. Juni 2019, 07:13 Uhr.

Die dänische Aufsichtsbehörde Spillemyndigheden rief eine Initiative zur Aufklärung über Glücksspiel in Zusammenhang mit Videospielen ins Leben. Grund dafür ist die kontroverse Debatte über Lootboxen in den Spielen, aber auch die immer mehr zunehmende Problematik der sogenannten „Skin Wetten“.

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Spillemyndigheden klärt über Videospiele auf. (Bild: pixabay.com)

Nach Aussage von Spillemyndigheden habe die Anzahl von Anfragen seitens der Eltern zugenommen, die sich aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Skin Wetten und Lootboxen an die Aufsichtsbehörde wandten.

Viele Erziehungsberechtigte, die Kontakt aufnähmen, hätten nur begrenzte oder auch gar keine Kenntnisse über diese Aktivitäten.

Skin Wetten und Lootboxen

Lootboxen sind virtuelle Behältnisse, in denen zufällige Belohnungen versteckt sind. Die Spieler können diese Preise entweder erspielen oder aber mit Echtgeld erwerben, in der Hoffnung, seltene oder nützliche Items, auch Skins genannt, zu erhalten.

Schatzkiste
Spieler hoffen, seltene Items in den Lootboxen zu finden. (Bild: pixabay.com)

Mit diesen Skins kann beispielsweise das Erscheinungsbild von Waffen verändert werden. So wird etwa aus einer einfachen Pistole eine goldene.

In der Gamer Community wird in einigen Spielen, bei denen es möglich ist, mit diesen Skins gehandelt oder es wird um sie gewettet, um noch wertvollere Items zu erhalten. Dieses Vorgehen wird als „Skin Betting“ bezeichnet. Die Items werden dann häufig für Echtgeld gewinnbringend verkauft.

Die Aufsichtsbehörde informiert: Wer sind die Zielgruppen?  

In ihrer Informationskampagne werden Vertreter von Spillemyndigheden kostenlose Präsentationen halten, um das Bewusstsein für Skin Wetten und Lootboxen zu schärfen.

Außerdem sollen die Spieler erlernen, eigene Regeln hinsichtlich ihrer Aktivitäten auf den Spiele-Webseiten aufzustellen.

Die Vorträge konzentrieren sich auf drei Zielgruppen:

– Eltern und andere interessierte Parteien, beispielsweise Menschen aus dem Erziehungsbereich

– Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

– Eltern und deren Kinder gemeinsam

Die Präsentationen werden in Schulen, Sportvereinen und in eSports-Veranstaltungsorten stattfinden.

Die Aufsichtsbehörde Spillemyndigheden erklärte:

„Wir möchten Kindern und Jugendlichen sowie Eltern und anderen Interessierten den Rahmen und die Regeln für Skin-Wetten und Lootboxen erläutern. Wir legen besonderen Fokus auf die Echtgeldspiele.“

Sperrung von Spiele-Webseiten als weitere Maßnahme

Die dänische Aufsichtsbehörde setzt sich bereits seit dem vergangenen Jahr besonders dafür ein, das Wetten minderjähriger Spieler zu unterbinden. Im April gab Spillemyndigheden [Seite auf Dänisch] bekannt, dass die Behörde erfolgreich einen Antrag auf Sperrung des Zugangs zu 25 illegalen Gaming Webseiten gestellt habe. Darunter hätten sich 10 Glücksspiel Webseiten sowie 15 Webseiten für Skin Wetten befunden.

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Skin Wetten: besonders Minderjährige sind betroffen. (Bild: pixabay.com)

Zu den Webseiten, auf die die dänischen Spieler nun nicht mehr zugreifen können, gehören unter anderem 1xBet sowie eine Reihe von Domains, die von auf Curaçao ansässigen Unternehmen betrieben wurden.

Gesperrt wurden weiterhin Nordic Casino, Orientxpresscasino und La Fiesta Casino von Equinox Dynamic, das Ramses Casino von Game Tech Group sowie das Cashpot Casino.

Auch das Casino Napoli und das Mr James Casino von Alpha Interactive Solutions sowie die Ph.Casino-Site von Usoftgaming wurden von den dänischen Internetdienstanbietern gesperrt.

Die meisten Sperrungen betrafen aber Webseiten für Skin Wetten, also jene Seiten, auf denen virtuelle Objekte aus Computerspielen wie Waffen oder Rüstungen als Sicherheit für Wetten verwendet werden. Darunter befand sich auch die Skin Betting Webseite für den beliebten First Person Shooter Counter-Strike: Globale Offensive.

Birgitten Sand, Direktorin von Spillemyndigheden, erklärte:

„Wir nutzen die Befugnis unserer Behörde, um Webseiten kontinuierlich zu blockieren. Wir tun dies, um jene Anbieter von Spielen zu schützen, die tatsächlich dazu berechtigt sind, Spiele in Dänemark anzubieten, aber auch, um die Spieler zu schützen.“

Sand fügte hinzu, dass die Behörde auch künftig daran arbeiten werde, illegale Skinbetting Webseiten zu finden und zu blockieren, obwohl das Prozedere recht aufwendig und kompliziert sei.