Liste der „spielsüchtigsten Staaten“ von Amerika veröffentlicht

Veröffentlicht am: 1. May 2022, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 29. April 2022, 03:23 Uhr.

Einmal im Jahr veröffentlicht das US-Scoring-Unternehmen Wallethub Zahlen zur geografischen Verteilung von Glücksspiel-Problemen den USA. In dieser Woche erschien der aktuelle Bericht 2022’s Most Gambling-Addicted States, der die Bundesstaaten mit Blick auf die Verbreitung des exzessiven Spiels vergleicht.

Umriss USA Flagge
Die US-Staaten pflegen unterschiedlichen Umgang mit dem Thema Problemspiel. (Quelle: pixabay.com/kjrstie)

Überraschungen blieb das errechnete Ranking schuldig. Wie im Vorjahr bilden die Nachbarstaaten Nevada und Utah Spitze und Schlusslicht der Glücksspiel-Liste.

Nevada spielsüchtigster Staat der USA

Mit einem Wert von 67,16 von maximalen 100 Punkten belegt Nevada den unrühmlichen Platz 1 im diesjährigen Glücksspiel-Gesamtvergleich [Seite auf Englisch] von Wallethub. Mit deutlichem Abstand folgen die Staaten South Dakota (62,56) und Montana (56,22). Abgeschlossen wird das Ranking derweil von Maine (26,87), Alaska (24,54) und Utah (22,22).

In der Einzelbetrachtung zeigt sich, dass in Mississippi (im Gesamtranking Platz 4) prozentual die meisten Problemspieler leben. Massachusetts kommt im Gesamtranking zwar nur auf Platz 17, beheimatet aber offensichtlich die größte Anzahl von Lotterie-Enthusiasten der USA. Kalifornien (Platz 8) verzeichnet derweil jährlich die meisten Festnahmen mit Bezug zum Glücksspiel.

Laut Wallethub verlieren Spieler in den USA jährlich mehr als 100 Mrd. USD. Aktuell sei davon auszugehen, dass 1 bis 3 % aller volljährigen Bürger des rund 330 Millionen Einwohner fassenden Landes unter einer Spielsucht litten.

An Spielsucht erkrankte Männer seien laut Wallethub durchschnittlich mit 55.000 bis 90.000 USD verschuldet. Weibliche Betroffene im Schnitt mit 15.000 USD.

In Alabama (Platz 41) kommt es hingegen offenbar nur selten zu Straftaten mit Glücksspielbezug. Dafür scheint das Problemspiel in Indiana (Platz 34) am wenigsten weit verbreitet zu sein.

Ranking nach Glücksspiel-Kennzahlen

Den Score, der die Platzierung auf der Liste der spielsüchtigsten Staaten festlegte, errechneten die die Forscher anhand von 20 Kennzahlen. Unterschieden wurden dabei die Bereiche “Glücksspiel-Freundlichkeit” sowie “Glücksspiel-Probleme und -Behandlung“.

Neben den „spielsüchtigsten“ ermittelt Wallethub regelmäßig auch die „sündigsten“ US-Bundesstaaten. Hierbei orientieren sich die Macher an den sieben Todsünden der klassischen Theologie, Superbia (Hochmut), Avaritia (Geiz), Luxuria (Wollust), Ira (Zorn), Gula (Völlerei), Invidia (Neid) und Acedia (Faulheit). Wenig überraschend belegt Nevada mit seiner „Sin City“ auch im Sünden-Ranking [Seite auf Englisch] Platz 1. Besonders tugendhaft soll es derweil im letztplatzierten Idaho zugehen.

Erstere Kategorie untersuchte das Angebot und die Nutzung des Glücksspiels, beispielsweise anhand Anzahl und Umsatz legaler und illegaler Spielofferten in Relation zur Einwohnerzahl. Werte aus dem Bereich des Problemspiels ergaben sich unter anderem durch die Betrachtung von glücksspielbezogenen Festnahmen sowie Hilfs- und Präventionsangeboten.