Ausreichender Spieler­schutz? Nieder­ländische Glücks­spiel­aufsicht prüft Spiel­hallen

Veröffentlicht am: 24. Oktober 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 22. Oktober 2021, 12:45 Uhr.

Die Glücksspielaufsicht Kansspelautoriteit (KSA) hat angekündigt, in den Niederlanden terrestrische Spielhallen überprüfen zu wollen. Mit den Checks solle sichergestellt werden, dass sich die Betreiber an die regulatorischen Vorgaben hielten, so die KSA am vergangenen Mittwoch.

Spielautomaten Kopf
Spielhallen müssen Vorgaben für den Spielerschutz erfüllen. (Bild: Pixabay)

Zu diesem Zweck werde die Behörde im Oktober und November Kontrollen in Spielhallen durchführen. Dabei stehe die Überprüfung der seit dem 1. April 2021 geltenden gesetzlichen Vorgaben für den Spielerschutz im Mittelpunkt.

Die KSA gibt dazu in einer Erklärung [Seite auf Niederländisch] an:

Die neuen Registrierungspflichten sind eine wichtige Voraussetzung für die Analyse des Spielerverhaltens. Sie ergeben sich aus der gesetzlichen Verpflichtung des am 1. April 2021 in Kraft getretenen Online-Glücksspiel-Gesetzes (Koa). Das Gesetz legalisiert jedoch nicht nur den Online-Glücksspielmarkt, sondern stellt auch neue Anforderungen an landbasierte Anbieter in den Bereichen Suchtprävention und Werbung.

Diese sähen im Bereich des Spielerschutzes unter anderem vor, dass die Betreiber Kundendaten über eine möglicherweise übermäßige Beteiligung an Glücksspielen erfassten. Darüber hinaus seien Spielhallen seit dem 1. Oktober dazu verpflichtet, die Häufigkeit der Besuche von Spielern aufzuzeichnen. Um die Einhaltung dieser Vorschrift zu kontrollieren, werde eine nicht genannte Anzahl an Betrieben untersucht.

Neue Sportwetten-Lizenz zu vergeben

Auch im Bereich Sportwetten war die KSA vergangene Woche aktiv. Die Behörde kündigte am Donnerstag eine neue Bewerbungsphase für die Vergabe der Monopollizenz zum Betrieb von Pferdewetten an.

Die seit 1998 im Besitz des Anbieters ZEbetting & Gaming Nederland BV befindliche Lizenz läuft am 30. Juni kommenden Jahres aus. Nun sucht die KSA interessierte Anbieter, die die Wettlizenz für weitere fünf Jahre übernehmen möchten.

Das neue Verfahren kam erst aufgrund einer Klage des Glücksspielanbieters Kindred Group zustande. Dieser hatte im vergangenen Jahr Beschwerde gegen eine mögliche Erneuerung der Lizenz für ZEbetting eingelegt. Dies stelle eine Bevorzugung gegenüber anderen Anbietern dar und verstoße gegen europäisches Wettbewerbsrecht. Das oberste Gericht der Niederlande gab der Klage statt, sodass die KSA nun das neue Verfahren einleitete.

Bewerber könnten laut KSA vom 1. bis 30. November gegen Zahlung einer Gebühr von 32.000 Euro ihre Unterlagen einreichen. Danach werde der passende Bewerber in einem zweistufigen Prozess ausgewählt.

Das Verfahren solle Mitte Januar 2022 beendet sein. Dann wird feststehen, ob der bisherige Lizenzinhaber ZEbetting diese auch weiterhin behält, oder ob ein anderer Buchmacher zum Zuge kommen wird.