Glücksspieler in Europa nutzen vermehrt Hilfsmittel zum Spielerschutz

Veröffentlicht am: 22. Juli 2021, 03:44 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 22. Juli 2021, 03:44 Uhr.

Die von Online-Casinos und Online-Buchmachern zur Verfügung gestellten Spielerschutz-Hilfsmittel wurden im Jahr 2020 mehr denn je von Online-Glücksspielern in Anspruch genommen. Dies geht aus dem am Mittwoch veröffentlichten Nachhaltigkeits-Bericht des europäischen Glücksspielverbandes EGBA hervor [Seite auf Englisch].  

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Immer mehr Online-Casino-Kunden nutzen Hilfsmittel für mehr Spielerschutz (Bild: Pixabay)

Demnach hätten im Jahr 2020 insgesamt 75 % aller registrierten Glücksspiel-Kunden eines der freiwilligen oder verpflichtenden Spielerschutz-Tools genutzt. Im Jahr 2019 habe der Anteil noch bei 63 % und 2018 sogar erst bei 37 % gelegen.  

Einzahlungslimits am häufigsten genutzt

Das meistgenutzte Mittel, um das eigene Spielverhalten zu kontrollieren, seien feste tägliche, wöchentliche oder monatliche Einzahlungslimits gewesen. Insgesamt 22 % der Glücksspieler hätten von diesen Gebrauch gemacht. Zeitlimits und sogenannte „Reality Checks“, also Erinnerungen an die eigene Spielzeit, seien von 5 % der Kunden aktiviert worden.  

Die Option, nur bestimmte Spiele zu blockieren, sei von lediglich 1 % der Online-Casino-Kunden gewählt worden. Gänzlich vom Glücksspiel ausgeschlossen hätten sich hingegen 5 % der Spieler, 3 % davon für einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten.  

In Bezug auf den Spielerschutz habe es im Jahr 2020 auch mit 5 % verhältnismäßig wenige Kunden-Beschwerden gegeben. 30 % der Beschwerden hätten sich hingegen auf den Bereich Auszahlungen bezogen, 8 % auf Wettquoten, 7 % auf Bonusangebote und 48 % auf „Sonstiges“. 

Maarten Haijer, der Generalsekretär der EGBA, lobte die positive Entwicklung bei den Verbandsmitgliedern:  

Das persönliche Engagement der CEOs, die gesteckten Ziele zu erreichen, ist von großer Bedeutung und wird von uns begrüßt. Es macht Mut zu sehen, dass unsere Mitglieder ihre Bestrebungen bereits jetzt in die Tat umsetzen, indem Spielerschutz-Werkzeuge vermehrt zum Einsatz kommen und die zu immer größeren Anteilen personalisierte Kommunikation mit den Kunden über sicheres Glücksspiel verbessert wird.

Aktive Aufklärung für Glücksspiel-Kunden

Laut Bericht habe sich das Ausmaß der Kommunikation seitens der Glücksspiel-Betreiber in Bezug auf verantwortungsvolles Glücksspiel im Jahr 2020 merklich erhöht. Insgesamt hätten die EGBA-Mitglieder im letzten Jahr 2,8 Millionen personalisierte E-Mails an ihre Kunden geschickt, in denen auf die individuellen Risiken und empfohlenen Spielerschutzmaßnahmen hingewiesen worden sei.

Im Vergleich zum Vorjahr sei dies ein Anstieg um 133 %. Allgemeine Spielerschutz-Informationen seien hingegen 14,2 Millionen Mal versendet worden. 300.000 Kunden hingegen hätten den Kundenservice der verschiedenen Anbieter von sich aus um Informationen und Hilfestellung zum Thema gebeten.

Auch das Personal sei 2020 umfangreich geschult worden. Insgesamt 77 % aller Angestellten der mit der EGBA verpartnerten Glücksspiel-Anbieter hätten spezifisches Anti-Spielsucht-Training genossen. Gleichzeitig habe sich die Zahl der Mitarbeiter insgesamt jedoch von 43.373 auf 42.292 verringert.

Die EGBA wolle die Fortschritte ihrer Mitglieder weiterhin überwachen und jährlich einen aktualisierten Nachhaltigkeits-Bericht publizieren.