Die rumänische Regierung verlangt neuerdings eine Steuerabgabe von 2 % für Einzahlungen bei Online Casinos. Die Abgabe betrifft alle Spieler-Überweisungen auf rumänische Online Casino-Accounts und soll von den Glücksspielbetreibern an den Staat weitertransferiert werden.

Statue Hand am Kopf

Eine neue Steuer für Einzahlungen bei Online Casinos sorgt bei rumänischen Spielern für Zweifel und Verwunderung. (Quelle: Wikiedia)

Die neue Steuer folgt der Implementierung der Verordnung 114/2018, die kurz vor dem Jahreswechsel in Rumänien eingeführt wurde und der Sanierung des öffentlichen Haushalts dienen soll.

Für die rumänischen Nutzer von Online Casinos könnte das Spielen an den virtuellen Tischen und Automaten durch die zusätzliche Pflichtabgabe deutlich unattraktiver werden.

Gewinnt das Haus trotzdem?

Während Spieler durch die Maßnahme zukünftig hinnehmen müssen, dass sie nach einer Einzahlung weniger Geld zum Spielen haben, können die rumänischen Online Casino-Anbieter ein wenig aufatmen.

Schließlich sollte die Steuer in Höhe von 2 % ursprünglich auf die Umsatzsteuer, die die Unternehmen jährlich in Rumänien abführen müssen, aufgeschlagen werden.

Ganz ungeschoren bleiben die Glücksspielbetreiber des Landes aber vermutlich nicht. Laut Schätzungen von Steuerexperten (Link auf Englisch) könnte die auf die Spieler umgelegte Abgabe für die Konzerne einen Umsatzrückgang von 4 bis 6 % bedeuten.

Das ist aber nur dann der Fall, wenn die Unternehmen die staatlichen Regelungen tatsächlich umsetzen. Bislang sollen weder alle in Rumänien lizenzierten Glücksspielanbieter auf die Forderungen reagiert, noch ihre Kunden über die Pflichtabgabe in Kenntnis gesetzt haben.

Mit welchen Konsequenzen Unternehmen bei der Missachtung der Verordnung rechnen müssen, ist noch nicht bekannt.

Diese Veränderungen kommen 2019 auf landbasierte Casino-Unternehmen in Rumänien zu

Die Verordnung 114/2018 beinhaltet auch einige Neuregelungen, die landbasierte Casinobetriebe wie Poker-Clubs und Spielhallen treffen.

So soll ein Nachlass (in Höhe von 10 %) für die jährliche Gebührenvorauszahlung für Glücksspiel- und Automatenlizenzen entfallen.

Außerdem wurde die Jahresgebühr für den Betrieb von Slot Maschinen erhöht. Pro Automaten werden statt 2.600 Euro, 3.600 Euro jährlich fällig.

So besteuert Rumänien seine Online Casino-Industrie

Die rumänische Casino-Branche musste sich zwischen 2009 und 2019 einer Fülle von Neuregelungen stellen.

Mit der Liberalisierung des rumänischen Glücksspielmarktes und der Vergabe von Privatlizenzen wurde von den Behörden ein ganzer Abgabenkatalog entwickelt, der Vorschriften für Gebühren und Steuern enthält.

Hand mit Stift und Unterlagen

Das rumänische Steuerrecht wird bezüglich Glücksspiel immer komplizierter. (Quelle: Pixnio)

Er traf die Online Casino-Industrie vergleichsweise hart. So kostet eine Jahreslizenz für Online Casinos in Rumänien je nach Umsatz zwischen 6.000 und 120.000 Euro. In Großbritannien beispielsweise, einem der größten Märkte für Online-Glücksspiel in Europa, ist eine Lizenz für Online Casinos schon ab 2.709 Pfund (ca. 3.000 Euro) erhältlich.

Zusätzlich zur Jahresabgabe müssen die Online-Anbieter Unternehmenssteuern und eine jährliche Zulassungssteuer in Höhe von 16 % zahlen, die sich nach den Unternehmensgewinnen richtet, jedoch mindestens 100.000 Euro beträgt.

Weitere 5.000 Euro per Annum verlangt der Staat als Beitrag für Sucht- und Suchtpräventionsprogramme.

Um das Risiko eines Zahlungsausfalls zu minimieren, sind Online Casinos dazu verpflichtet, 100.000 Euro in einen Fond einzuzahlen, der im Falle einer Insolvenz an die Behörden geht.

Das zahlen landbasierte Casinos

Für landbasierte Casino-Betriebe fallen in Rumänien Lizenzgebühren zwischen 95.000 und 500.000 Euro jährlich an.

Die Höhe der Steuern, die landbasierte Glücksspielunternehmen zahlen müssen, richtet sich nach zwei Faktoren: dem Einkommen der Firmen und der Zahl und Größe der Einrichtungen, die von ihnen betrieben werden.

So verlangt der rumänische Fiskus pro Jahr pro Spieltisch zwischen 30.000 und 60.000 Euro von den Anbietern. Zusätzlich wird für jeden Spielbetrieb eine Zulassungsgebühr von 7.000 Euro fällig.

Das zahlen die Spieler

ONJN Logo

Die ONJN vergibt in Rumänien Glücksspiellizenzen. (Quelle: Wikipedia)

Rumänische Spieler werden durch die Steuer für Einzahlungen bei Online Casinos erneut bestraft. Denn schon im Frühjahr 2018 mussten die Zocker einen herben Rückschlag hinnehmen.

Eine Änderung des Steuergesetzes verpflichtet alle Spieler zur Entrichtung einer progressiven Einkommenssteuer von bis zu 25 %, die die Online Casinos schon bei der Auszahlung vom Gewinn der Spieler abziehen. Vor der Gesetzesänderung bestand für Online-Betreiber und Spieler lediglich eine Auskunftspflicht gegenüber den Steuerbehörden.

Spieler in landbasierten Casinos müssen Gewinne bis zu 15.000 Euro nicht versteuern, ansonsten gelten für sie dieselben Steuerregeln wie für Nutzer von Online Casinos.

Welchen Schluss lässt die neue Steuer zu?

Die Abgabe für Einzahlungen könnte ein erneutes Beispiel dafür sein, wie Staaten durch die Besteuerung des Glücksspielmarktes versuchen, ihre Haushaltslöcher zu stopfen.

Ob dies nachhaltig ist, lässt sich bezweifeln. Sollten Spieler und Glücksspielanbieter in Zukunft immer schlechtere Steuerkonditionen hinnehmen müssen, könnte eine Abwanderung der Spieler und der Unternehmen drohen.

Dies hätte zur Folge, dass der Steuertopf der Länder weitere Löcher bekommt.