Rugby-Trainer Rob Howley berichtet über seine Spielsucht

Veröffentlicht am: 1. Juni 2020, 11:00 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. Juni 2020, 11:13 Uhr.

Der walisische Rugby-Trainer Rob Howley hat sich in britischen Medien ausführlich zu seiner Spielsucht geäußert. Diese hatte dazu geführt, dass der 49-Jährige vor der 2019 in Japan ausgetragenen Rugby-WM von seinem Team nach Hause geschickt worden war.

Rugbyspieler
Der Trainer wurde für 18 Monate vom Rugby gesperrt (Bild: Pixabay)

Am Wochenende berichtete Howley in der Mail on Sunday [Seite auf Englisch] umfassend über den Auslöser für seine Wettleidenschaft, die zum Rauswurf aus dem Nationalteam führte.

Tod der Schwester gab den Ausschlag

Ursache der Spielsucht sei die Krankheit seiner Schwester gewesen, die jahrelang unter Depressionen und Alkoholsucht litt. Nach ihrem Tod im Jahre 2011 habe er sich schwere Vorwürfe gemacht, weil er sich nicht besser um sie gekümmert habe.

Howley erklärte in den Interview:

Ich habe mich für ihren Tod verantwortlich gefühlt.

Seiner Aussage nach bewahrte ihn in den kommenden Jahren die Arbeit als Trainer davor, zu sehr in Selbstzweifel zu geraten. Als er jedoch 2015 das Haus seiner Schwester verkauft habe, seien die Schuldgefühle wieder hochgekommen. Sie seien so stark gewesen, dass er zur Ablenkung begonnen habe, Rugby-Wetten abzuschließen.

Verhängnisvolle Wettleidenschaft

Howley gab später zu, über vier Jahre 363 Mal auf Rugbyspiele gewettet zu haben. Die Wetttätigkeit sollte ihn nicht nur rund 4.000 GBP, sondern auch seinen Job kosten.

Mit seinem Verhalten verstieß Howley gegen die Anti-Korruptions-Regeln der Wales Rugby Union (WRU), die ihn daraufhin für 18 Monate von allen sportbezogenen Aktivitäten ausschloss.

Der Skandal flog auf, als sich Wales in Japan auf die bevorstehende Rugby-WM vorbereitete. Der Vorfall wirkte sich jedoch nicht negativ auf die Leistung des Teams aus. Die Mannschaft schaffte es nach fünf Siegen in Folge bis ins Halbfinale, wo sie gegen die späteren Weltmeister aus Südafrika verlor.

Die Verbandsrichter ließen jedoch Gnade walten und setzten die Hälfte der Strafe zur Bewährung aus. Da Howley seine neunmonatige Sperre am 16. Juni verbüßt hat, könnte er bald wieder in den Sport zurückkehren.

Die Vorzeichen dafür stehen gut, denn Howley habe sich bereits vor einiger Zeit mit dem Erstliga-Club Wasps RFC aus Coventry über eine mögliche Zusammenarbeit unterhalten. Somit könnte er ab der kommenden Saison wieder eine aktive Rolle im Rugby einnehmen.