Neue Vorwürfe gegen K-Pop-Star: Illegales Online-Glücksspiel mit menschlichen Avataren?

Veröffentlicht am: 26. November 2020, 02:41 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 26. November 2020, 04:33 Uhr.

Die südkoreanische Polizei ermittelt wegen illegalen Online-Glücksspiels gegen ein Mitglied der K-Pop-Formation Cho Shin Sung, die im englischen Sprachraum unter dem Namen Supernova bekannt ist. Dies teilte die zuständige Incheon Metropolitan Police Agency gestern Medienvertretern gegenüber mit. Der Verdacht habe sich im Rahmen eines bereits laufenden Verfahrens wegen illegalen Glücksspiels im Ausland gegen die Boygroup-Mitglieder Yoonhak (36) and Sungjae (34) ergeben.

Marionettenspieler
Das Mitglied der K-Pop-Gruppe Supernova soll das Glücksspiel vor Ort übers Internet gelenkt haben (Quelle:unsplash.com/pixpoetry )

Menschliche Avatare auf den Philippinen

Welcher der beiden bereits zuvor ins Visier der Behörden geratenen Supernova-Stars im Zentrum der aktuellen Vorwürfe [Seite auf Englisch] steht, teilte die Behörde mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht mit. Dafür konkretisierte ein Sprecher jedoch, was genau dem Künstler zur Last gelegt wird.

So gehöre das Supernova-Mitglied zu einer Vielzahl von Verdächtigen, die über eine Webseite illegal am Glücksspiel in philippinischen Casinos teilgenommen haben sollen. Die Aktivitäten an den Spieltischen seien live gestreamt worden.

Die Besonderheit des Angebots habe darin bestanden, dass sich die User in Korea befunden hätten, während menschliche Platzhalter für sie vor Ort gespielt hätten. Ihre Anweisungen hätten die, als „Avatare“ bezeichneten Personen über das Netz erhalten.

Mit wenigen Ausnahmen ist Südkoreanern das Glücksspiel verboten. Der Besuch der wenigen Casinos im Land ist den Touristen vorbehalten. Unter Strafe stehen zudem sowohl die Nutzung von Online-Casinos als auch der Besuch von Spielstätten im Ausland.

Laut Polizei soll die namentlich nicht genannte Seite vier Jahre lang aktiv gewesen sein. In dieser Zeit hätten mutmaßlich Tausende Koreaner das illegale Angebot genutzt. Darunter sollen sich auch diverse Prominente befunden haben. Auch eine Verbindung zur organisierten Kriminalität wollen die Behörden nicht ausschließen.

Glücksspiel-Vorwürfe nicht neu

Bereits Mitte September war bekannt geworden, dass die Supernova-Mitglieder Yoonhak and Sungjae wiederholt Casinos auf den Philippinen besucht haben sollen. Medienberichten zufolge seien dabei umgerechnet bis zu 70.000 Euro geflossen.

Damals hatten beide bestritten, die Reisen vorsätzlich wegen des Glücksspiels angetreten zu haben. Vielmehr seien sie zufällig und unwissentlich in die Casinos geraten. Ihre Agentur SV Entertainment hatte daraufhin eine öffentliche Entschuldigung verfasst:

Es tut uns leid, dass wir den Fans mit den schlechten Nachrichten über das rücksichtslose Verhalten von Yoonhak und Sungjae Ärger gemacht haben. Die beiden Mitglieder bedauern ihr Fehlverhalten zutiefst und reflektieren ihre Handlungen nun.

Bislang haben sich weder die Betroffenen noch ihr Management zu den aktuellen Vorwürfen geäußert. Zumindest im Netz scheint die Aufregung jedoch überschaubar zu bleiben. So lautet die vorherrschende Meinung der Kommentatoren, dass ein Prominenter mit seinem Geld tun dürfen solle, was er möchte.