Glücksspiel: Zusammenarbeit von Nordirland und Großbritannien für den Spielerschutz

Veröffentlicht am: 25. Juni 2020, 11:56 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 25. Juni 2020, 11:56 Uhr.

Nordirische und britische Abgeordnete planen eine Zusammenarbeit zur Verbesserung des Spielerschutzes und zur Reformierung der Glücksspiel-Gesetze in Nordirland und Großbritannien. Medienberichten zufolge haben die parteiübergreifenden Gruppen der beiden Parlamente dazu kürzlich Gespräche aufgenommen.

Abgeordneter Robbie Butler
Der Leiter der nordirischen APG, Robbie Butler, will die Glücksspiel-Gesetzgebung reformieren (Flickr: “Robbie Butler MLA, UUP” by Northern Ireland Assembly, licensed under CC BY-ND 2.0)

Gemeinsam Glücksspiel sicherer machen

Die Zusammenarbeit bezieht sich auf die All Party Group on Reducing Harm Related to Gambling (APG) des nordirischen Parlaments sowie der Gambling Related Harm All Party Parliamentary Group (GRH APPG) des britischen Parlaments in Westminister.

Die britische GRH APPG hat bereits in der letzten Woche die Ergebnisse einer einjährigen Untersuchung zu Glücksspielschäden vorgestellt. In ihrem Bericht liefert sie 30 Vorschläge dazu, wie Schäden durch Glücksspiel reduziert werden könnten.

Davon wolle man nun profitieren. Der Vorsitzende der nordirischen APG, Robbie Butler, erhoffe sich von der Zusammenarbeit wichtige Vorteile für das Vorhaben einer Gesetzesreform in Nordirland:

Aus unserer Sicht könnte der Zeitpunkt nicht besser sein. Wir haben bereits Informationen ausgetauscht und werden die Vorsitzende des Parlaments in Westminster, Abgeordnete Carolyn Harris, bitten, Nachweise für unsere Untersuchung zu erbringen, wenn sie im Herbst beginnt.

GRH APPG-Leiterin Carolyn Harris erklärte, dass sie sich auf den Erfahrungsaustausch freue. Sie sei zuversichtlich, das Glücksspiel in den nächsten Wochen und Monaten „sicherer und gerechter“ zu machen und eine „bessere Gesetzgebung“ für Großbritannien und Nordirland zu schaffen.

Nordirische Glücksspiel-Gesetzgebung überholt

Das Vorhaben habe zum Ziel, gefährdete Menschen zu schützen und die „überholte Glücksspiel-Gesetzgebung Nordirlands“ entsprechend anzupassen. Man habe nicht vor, Glücksspiel zu verbieten, bekräftigt Butler.

Das aktuelle Glücksspiel-Gesetz in Nordirland, die Betting, Gaming, Lotteries and Amusements (Northern Ireland) Order, stamme aus dem Jahr 1985 und enthalte keine Regelungen für Online- oder mobiles Glücksspiel.

Anstöße zur Reformierung der nordirischen Gesetze hat es bereits im letzten Jahr durch das nordirische Departement for Communities gegeben. Dieses hat von Dezember 2019 bis Februar 2020 eine Umfrage [Befragung auf Englisch] durchgeführt, durch die die öffentliche Meinung zur aktuellen Gesetzgebung und zu erforderlichen Änderungen erhoben werden sollte.

Zuvor habe es vor acht Jahren einen ähnlichen Vorstoß gegeben, der jedoch keine Neuerungen hervorgebracht habe.

Die Untersuchung der APG soll im September beginnen. Es bleibt abzuwarten, ob die Zusammenarbeit mit der britischen GRH APPG nun tatsächlich zu einer Glücksspielreform in Nordirland führen wird.