Malta: Neue Plattform für Meldung verdächtiger Sportwetten

Veröffentlicht am: 24. November 2020, 01:18 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 24. November 2020, 01:18 Uhr.

Die maltesische Glücksspiel-Aufsicht hat eine Plattform ins Leben gerufen, auf der Anbieter von Sportwetten verdächtige Wetten melden können. Wie die Malta Gaming Authority (MGA) am Montag berichtet hat, seien alle in Malta lizenzierten Wettanbieter verpflichtet, entsprechende Verdachtsfälle ab Januar 2021 über die Plattform zu melden.

Malta
Sportwetten-Anbieter in Malta müssen Verdachtsfälle künftig über eine neu geschaffene Plattform melden. (Flickr: „Malta“ by Wolfgang Manousek, licensed under CC BY 2.0)

Der Dienst namens Suspicious Betting Reporting Mechanism sei über einen Zugang auf der Webseite der Behörde erreichbar. Gemeldet werden könnten „verdächtige Ereignisse“ oder Kundenkonten, mit denen verdächtige Wetten, die auf Spielmanipulationen hindeuten, platziert worden seien. Alle Meldungen würden an die neu geschaffene Sports Integrity Unit der MGA weitergeleitet und dort bearbeitet.

Neben aktuellen Hinweisen sei fortan eine halbjährliche Berichterstattung vorgeschrieben. Daraus soll hervorgehen, wie stark welche Sportarten betroffen, wie viele Fälle gemeldet worden und welche Kundenkonten involviert gewesen seien. Ein zugehöriger Leitfaden zur Sportintegrität wurde im Oktober veröffentlicht.

Der Dienst stehe seit gestern zur Verfügung. Alle Anbieter müssten dafür sorgen, dass die neuen Regeln ab dem 1. Januar 2021 umgesetzt werden könnten.

Beteiligung von Branchenvertretern und internationale Partnerschaften

Die Pläne zur Schaffung der Melde-Plattform hatte die Behörde im Mai zur öffentlichen Konsultation freigegeben. Darin hatte sie Branchenmitglieder um ihre Einschätzung zu den vorgeschlagenen Regeln gebeten. Die Ergebnisse [Seite auf Englisch] waren im Oktober veröffentlicht worden.

Auch die International Betting Integrity Authority (IBIA) hatte sich im Juli zu den Plänen geäußert. Darin hatte sie das Engagement der MGA gegen Wettbetrug gelobt. Daneben hatte sie die Behörde jedoch unter anderem angemahnt, in Malta lizenzierte Betreiber zum Beitritt in die IBIA zu ermutigen, um den Austausch mit internationalen Behörden zu gewährleisten. Auch die Einbindung der Anbieter in die Entscheidungsprozesse der MGA solle der IBIA zufolge noch weiter ausgebaut werden.

Neben der neuen Melde-Plattform für verdächtige Wetten hat die maltesische Glücksspiel-Aufsicht in diesem Jahr weitere Schritte unternommen, um die Integrität des Sports zu fördern.

So hat die Behörde im Mai ihre Partnerschaft mit dem schwedischen Fußballverband SvFF bekannt gegeben. Die Zusammenarbeit solle dazu dienen, Spielmanipulation zu verhindern und aufzudecken. Ähnliche Kooperationen ist die Behörde mit dem Cricket-Verband ICC und World Snooker eingegangen.