Crown Resorts erneut wegen Geldwäsche in den Schlagzeilen

Veröffentlicht am: 1. September 2020, 01:38 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. September 2020, 01:50 Uhr.

Im Geldwäscheskandal um den australischen Casino-Giganten Crown Resorts sind neue Details ans Tageslicht gekommen. Wie die australisches Tageszeitung Sydney Morning Herald am Montag berichtet hat [Link auf Englisch], habe das Unternehmen zugegeben, zwei Konten nicht genau überprüft zu haben, über die Kriminelle Geld an das Casino überwiesen haben sollen.

Crown Casino
Crown Resorts ist in einen Geldwäscheskandal verstrickt. (Quelle: Crown by Paolo Rosa, licensed under CC BY-NC-ND 2.0)

Die australische Glücksspielaufsicht NSW Independent Liquor and Gaming Authority führt derzeit eine Untersuchung über die Zusammenarbeit der Crown Resorts und chinesischen Junket-Betreibern durch, die wohlhabende Spieler an das Casino vermittelt haben sollen.

Crown Resorts steht dabei im Verdacht, eigene Investmentfirmen gegründet zu haben, deren Konten die Spieler nutzen konnten, um anonyme Transaktionen an das Casino zu tätigen. Die Behörden gehen davon aus, dass die Firmenkonten auch zum Waschen von Drogengeldern aus dem asiatischen Raum genutzt worden sein könnten.

Bei den Firmen soll es sich um die Southbank Investments Pty Ltd. und die Riverbank Investments Pty Ltd. handeln. Australische Behörden überprüfen die Konten der Unternehmen bereits seit längerem im Zusammenhang mit Geldwäsche und Glücksspieltransaktionen.

Crown-Jurist rudert zurück

Dass Crown nun einräumt, die Konten der Firmen nicht überprüft zu haben, widerspricht den bisherigen Angaben des Unternehmens. Noch im Juli hat Crown-Jurist Joshua Preston in einer Anhörung gesagt, dass die Firmenkonten von der Anti-Geldwäsche-Abteilung des Glücksspielanbieters überprüft worden seien.

Gestern sei der Rechtsexperte allerdings zurückgerudert. Vor der Untersuchungskommission habe Preston gesagt:

Technisch gesehen, stimmt dies nicht.

Crown habe die Kontrolle versäumt und deshalb auch keine verdächtigen Transaktionen an die australische Finanzaufsicht AUSTRAC gemeldet, so der Bericht des Sydney Morning Herald.

Gestritten werde unter dessen darüber, in welchen Umfang der Casino-Betreiber überhaupt seine Pflichten gegenüber den Finanzbehörden verletzt haben könnte. Laut Preston sei das Casino nicht in jedem Fall dazu verpflichtet, Kontrollberichte an die AUSTRAC zu schicken.

Sollten die Kontrolleure der NSW Independent Liquor and Gaming Authority zu einer anderen Ansicht gelangen, könnte Crown Resorts vor einem Problem stehen. Die öffentliche Anhörung soll auch darüber entscheiden, ob dem Glücksspielkonzern die Lizenz für ein neues Casino-Projekt in Sydney erteilt werden soll.