Las Vegas: Leichenfunde im Lake Mead erzählen düstere Geschichten der Glücksspiel-Metropole

Veröffentlicht am: 29. July 2022, 02:36 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 29. July 2022, 02:36 Uhr.

Der Wasserstand des Lake Mead, des größten künstlichen Stausees der Vereinigten Staaten in der Nähe von Las Vegas, ist seit der Jahrtausendwende um rund 36 Meter gesunken. Mit dem Absinken des Wasserpegels kommen nun Dinge ans Licht, die seit Jahrzehnten verborgen waren, berichtete der Guardian [Seite auf Englisch] diese Woche.

Lake Mead
Die grausigen Funde im Lake Mead enthüllen den dunklen Teil der Geschichte von Las Vegas. (Bild: flickr.com, Ken Lund)

In dieser Woche wurde bereits die dritte Leiche innerhalb von drei Monaten gefunden. Der neuerliche Fund könnte die dunkle Seite der Geschichte der schillernden Glücksspiel-Metropole wieder aufleben lassen. Die Gerichtsmedizin kläre nun die Todesursache. Nähere Angaben gab es nicht.

Erst im Mai wurden die sterblichen Überreste eines Menschen in einem Fass entdeckt. Die Todesursache soll eine Schussverletzung im Kopf gewesen sein. Die gefundene Kleidung und Schuhe ließen darauf schließen, dass die Person zwischen Mitte der 1970er und Mitte der 1980er Jahre gestorben sei. Der Tod werde als Mord untersucht. Möglicherweise bestehe eine Verbindung mit der Mafia.

Lake Mead enthüllt, was lange verborgen war

Wenn der Lake Mead weiter zurückgehe, so die ermittelnden Beamten, könnten noch mehr Leichen ans Licht kommen. Im Jahr 1948 soll ein Air Force-Pilot auf einem Atmosphärenforschungsflug, einer B-29 Superfortress, in den nördlichen Teil des Sees gestürzt sein. Das Wrack konnte bis heute nicht geborgen werden.

In der Nähe befinden sich die Ruinen eines alten Pueblo-Komplexes, darunter ein Gebäude mit über 100 Räumen. Eine Geisterstadt der Mormonen, die bis vor kurzem noch 60 Fuß unter der Oberfläche des Sees lag, kann bereits von Tagesausflüglern besucht werden.

Die Geschichte der Mafia in Las Vegas wird lebendig

Mit den geborgenen menschlichen Überresten wird auch der dunkle Teil der Geschichte der schillernden Glücksspielmetropole wieder zum Leben erweckt. Möglicherweise wird auch das Verschwinden mehrerer Mafiosi aufgedeckt werden können.

Viele der Casinos am Las Vegas-Strip wurden in den 1930er Jahren von Mitgliedern der Mafia gegründet. Ein halbes Jahrhundert hatte die organisierte Kriminalität die Wüstenstadt fest in der Hand. Bestechung, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Prostitution gehörten zum Alltag.

Davon weiß heute noch der Jurist Oscar Goodman zu berichten, der diverse Mafiosi als Rechtsanwalt vertrat. Zu seinen Klienten gehörten Unterweltgrößen wie Nicky Scarfo, Meyer Lansky, Phil Leonetti, Frank „Lefty“ Rosenthal oder Tony „The Ant“ Spilotro

Zu den jüngsten Entdeckungen im Lake Mead kommentierte er:

Wer weiß, was wir im Lake Mead finden werden. Es ist kein schlechter Ort, eine Leiche loszuwerden. […] Wir haben einen sehr interessanten Hintergrund. Es wird bestimmt zum geheimnisvollen Nimbus von Las Vegas beitragen.

Nun ist der See auf rund 30 % seiner Kapazität gesunken. Michael Green, ein Geschichtsprofessor an der University of Nevada in Las Vegas, erwarte, dass noch weitere interessante Dinge an die Oberfläche kommen würden.