Kenias Politiker wollen Sportwetten­steuer wieder abschaffen

Veröffentlicht am: 26. Juni 2020, 12:56 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 26. Juni 2020, 03:54 Uhr.

Die kenianische Nationalversammlung hat am Dienstag mehrheitlich dafür gestimmt, die erst 2018 eingeführte Sportwettensteuer wieder abzuschaffen. Wie die kenianische Zeitung The Standard am Donnerstag berichtet hat [Seite auf Englisch], liege es nun an Präsident Uhuru Kenyatta, den vorgelegten Gesetzesentwurf abzusegnen.

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Kenias Nationalversammlung stimmt für Abschaffung der Sportwettensteuer. (Bild: Pickpik/CC0 public domain)

Sollte der Präsident zustimmen, könnten die in Kenia lizenzierten Sportwettenanbieter bereits ab dem 1. Juli dieses Jahres von der bisherigen 20%igen Steuer auf ihre Einnahmen befreit werden. Die Steuerabschaffung sei dabei als Rettungsmaßnahme eines „untergehenden“ Sportwettenmarktes zu verstehen.

Nichtsdestotrotz zählten nicht nur die Buchmacher zu den direkten Profiteuren der neuen Steuerfreiheit. Da einige der größten und ertragsreichsten Buchmacher allein aufgrund der Steuer den Markt verlassen hätten, habe der Staat in den vergangenen zwölf Monaten deutlich weniger Steuern einnehmen können.

Die Diskussion um die Sportwettensteuer ist Teil der Finance Bill 2020, einer Überarbeitung der kompletten Steuergesetzgebung des Landes. Der Gesetzesentwurf sieht sowohl Steuererhöhungen (bspw. auf Alkohol und Mieteinnahmen) als auch die Abschaffung von Steuern vor, darunter die Sportwettensteuer und die Rentensteuer.

Der ursprüngliche Vorschlag zur Abschaffung des Gesetzes soll von einer Institution namens shade.co.ke gekommen sein. Dies ist einem Dokument auf der Webseite der Regierung Kenias zu entnehmen, das alle am Dienstag diskutierten Themen aufführt.

Recherchen zeigen, dass es jedoch weder eine Webseite gibt noch sonstige Informationen über die Instanz zu finden sind. Im Dokument heißt es gleichwohl im entsprechenden Kapitel „shade.ko.ke“:

Der Vorschlag, die Steuer auf die von Wettkunden eingesetzten Gelder abzuschaffen, wurde vom Komitee angenommen. Der Grund dafür ist, dass der hohe Steuersatz dazu geführt hat, dass viele Wettkunden bei ausländischen Anbietern wetteten, die keinerlei Steuern zahlen, wodurch der Regierung Einnahmen verwehrt blieben.

Chance auf Rückkehr für Buchmacher wie SportPesa?

Die Abschaffung der Steuer könnte den kenianischen Sportwettenmarkt dementsprechend erneut auf den Kopf stellen.

So hatte Kenias Glücksspielaufsicht, das Betting Control & Licensing Board (BCLB), erst im vergangenen Sommer unter dem Vorwurf nicht gezahlter Steuergelder verschiedenen Buchmachern die Lizenzen entzogen.

Darunter befanden sich auch die einstigen Marktführer SportPesa und Betin, die dem Staat angeblich Milliarden von Kenia-Schilling schuldeten. Die Unternehmen weigerten sich jedoch zu jener Zeit, die ihnen vorgeworfenen Rückstände zu zahlen.

Ob diese und weitere Buchmacher sich nach Abschaffung der Steuer erneut um eine Lizenzierung auf dem regulierten Sportwettenmarkt Kenias bemühen werden, bleibt jedoch abzuwarten.