Japan: Spielsüchtiger verzockt irrtümlich erhaltene Covid-19-Hilfen

Veröffentlicht am: 18. May 2022, 12:22 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 18. May 2022, 12:59 Uhr.

In Japan hat die irrtümliche Überweisung von Covid-19-Hilfen einen spielsüchtigen Mann in hohe Schulden gestürzt. Der namentlich nicht genannte 24-Jährige aus der südjapanischen Stadt Abu verspielte Medienberichten zufolge eine Summe in Höhe von 46,3 Mio. JPY (358.000 Euro), die nur aufgrund eines Buchungsfehlers auf seinem Konto eingegangen sei.

Yen Geldscheine
Ein Spielsüchtiger erhielt irrtümlicherweise Millionen Yen (Bild: Pixabay)

Dieser Betrag sei dem Spielsüchtigen Anfang April aus einem Hilfsfonds für die von der Covid-19-Pandemie finanziell besonders Betroffenen in Abu überwiesen worden. Aufgrund eines technischen Fehlers sei der Betrag jedoch als Gesamtsumme auf das Konto des Mannes gebucht worden.

Das staatlich bereitgestellte Geld sei eigentlich dafür gedacht gewesen, 463 Hilfebedürftigen in der Stadt zu helfen. Von diesen habe jeder 100.000 JPY (736 Euro) erhalten sollen.

Kurz nach Erhalt des unerwarteten Geldsegens habe der Spieler über den Zeitraum von zwei Wochen täglich rund 600.000 JPY von seinem Konto abgehoben. Das Geld habe er daraufhin mit seinem Smartphone in Online-Casinos verspielt.

Verdächtiger will kooperieren – und taucht ab

Die Behörden hätten den Fehler nach wenigen Wochen bemerkt. Daraufhin sei der Mann von ihnen kontaktiert worden. Er habe rasch zugegeben, das Geld verspielt zu haben und der Polizei umfassende Kooperationsbereitschaft zugesagt.

Demnach habe er sich wie folgt zum Fall geäußert:

Ich habe das Geld bereits transferiert. Es kann nicht zurückgegeben werden. Es kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Ich werde nicht fliehen. Ich werde für mein Verbrechen bezahlen.

Tatsächlich jedoch sei er Behördenangaben zufolge verschwunden, nachdem am 12. Mai Anklage gegen ihn erhoben worden sei. In der Klageschrift verlange die Regierung der Präfektur Yamaguchi 51 Mio. JPY von dem Mann.

Nun habe sein Anwalt bestätigt, dass sein Klient absolut mittellos sei. Dies mache es schwer, die geforderte Summe zurückzuzahlen. Über den derzeitigen Aufenthaltsort seines Mandanten habe er sich den Behörden nicht äußern wollen.

Behörden kommen für den Schaden auf

Immerhin gab es für die leer ausgegangenen Bürger der Stadt eine gute Nachricht. Nachdem sich Bürgermeister Norihiko Hanada bei den Einwohnern für den Fauxpas entschuldigt hatte, sagte er den rechtmäßigen Empfängern unbürokratische Hilfe zu. Neue Überweisungen für die jeweils ausstehenden 100.000 JPY seien bereits veranlasst worden, so Hanada.

Ob der spielsüchtige Mann die Schulden wird begleichen können, ist angesichts seiner prekären finanziellen Lage alles andere als sicher. In dem Fall dürfte der japanische Steuerzahler für den kostspieligen Fehler aufkommen müssen.