Australischer Buchmacher wegen illegaler Wettbonusse angeklagt

Veröffentlicht am: 31. Januar 2021, 05:30 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 29. Januar 2021, 02:52 Uhr.

Dem australischen Buchmacher Robbie Waterhouse wird vorgeworfen, illegale Wettbonusse für seine Online-Glücksspielseite RobWaterhouse.com angeboten zu haben. Die Glücksspielaufsicht Liquor & Gaming New South Wales (NSW) lege dem 66-Jährigen insgesamt fünf Fälle verbotener Werbung für Online-Glücksspiele zur Last, heißt es in einem Bericht der Zeitung The Australian [Link auf Englisch].

Australische Banknoten
Verbotene Glücksspielwerbung kann in Australien mit Geldstrafen geahndet werden. (Quelle: Pixabay)

Waterhouse müsse sich deshalb am 17. Februar 2021 vor dem Downing Centre Local & District Court in Sydney verantworten. Im Fall einer Verurteilung drohe dem Geschäftsmann, der in Australien durch Pferdewetten bekannt geworden ist, eine Geldstrafe von maximal 55.000 AUD.

Erst im November 2020 wurde Australiens größter Glücksspielanbieter Tabcorp Holdings Limited wegen Verstößen gegen die Werberichtlinien für Glücksspiel abgestraft. Das Unternehmen soll durch Werbung „Anreize für die Teilnahme am Glücksspiel“ geschaffen haben und musste deshalb eine Geldstrafe von 32.276 AUD zahlen.

Was wird Waterhouse vorgeworfen?

Konkret werfen die australischen Glücksspielkontrolleure dem Wettanbieter vor, im Juni 2020 auf seiner Internetseite Werbebanner mit Wettangeboten geschaltet zu haben. Außerdem seien Werbe-E-Mails mit Bonusangeboten für kostenlose Wetten versendet worden, um Kunden zum Spielen zu animieren. Darin habe es zum Beispiel geheißen:

Hallo Jai, ich hoffe, Sie haben den 20 Dollar-Gratis-Bonus genutzt, den ich diese Woche direkt auf Ihr Robwaterhouse.com-Konto eingezahlt habe. Wenn Sie an diesem Wochenende mit mir wetten, denken Sie daran, dass ich fünf Bet-Boosts pro Tag anbiete. Beste Grüße, Rob.

Angebote dieser Art sind nach den Gesetzen von NSW nicht legal. Glücksspielanbietern wird im Rahmen der Glücksspielwerbung explizit untersagt, Spielern „Angebote“, „Kredite“, „Gutscheine“ oder „Belohnungen“ für die Teilnahme am Glücksspiel in Aussicht zu stellen.

Zu Verstößen gegen die Werberegeln kam es in jüngerer Vergangenheit trotz der klaren Rechtslage. Das Verfahren gegen Waterhouse kommt nur knapp ein Jahr, nachdem die Wettanbieter Ladbrokes und Neds in Sydney zu Geldstrafen wegen verbotener Glücksspielwerbung verurteilt worden waren. Wegen „Anreizen“ für das Glücksspiel hatten die Buchmacher im Februar 2020 insgesamt 207.500 AUD zahlen müssen.