Google ermöglicht YouTube-Usern das Abstellen von Glücksspiel­werbung

Veröffentlicht am: 11. Dezember 2020, 02:05 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 11. Dezember 2020, 02:05 Uhr.

Internetnutzer sollen Werbung für Glücksspiele und Alkohol in Zukunft auf YouTube abstellen können. Dies hat der YouTube-Mutterkonzern Google am Donnerstag in seinem Tech-Blog bekanntgegeben.

Laptop mit YouTube-Seite
User sollen Werbeinhalte auf YouTube besser steuern können. (Quelle: Pixabay)

Eine neue Option für Werbeeinstellungen biete Usern die Möglichkeit, Werbung weiter zu personalisieren. Damit sollen auch sensible Inhalte wie Glücksspielanzeigen blockiert werden können.

Nach Google-Informationen werde das neue Feature schrittweise in Ländern implementiert. Der Anfang soll in den USA beim Werbeprogramm Google Ads und der Streaming-Plattform YouTube gemacht werden. Im Laufe des kommenden Jahres solle die Funktion dann aber auch global bei Google-Diensten zur Verfügung stehen.

Nach Angaben von Google werde die Funktion nicht in allen Staaten nutzbar sein. In Ländern, in denen Werbung für Alkohol und Glücksspiel bereits durch Gesetze verboten sei, solle sich nichts ändern.

User wollen mehr Kontrolle

Laut YouTube-Vizepräsidentin Debbie Weinstein reagiere Google mit der Funktion auf die Anregung von Internetnutzern. Diese hätten sich mehr Kontrolle über die Steuerung von Werbeinhalten vom Online-Giganten gewünscht:

Wir haben Rückmeldungen erhalten, dass es einige Leute vorziehen würden, Anzeigen in bestimmten Kategorien wie Alkohol einzuschränken. Daher starten wir heute ein neues Steuerelement in den Anzeigeneinstellungen, mit dem die Nutzer weniger Alkoholwerbung sehen können. Glücksspiel ist eine zusätzliche Option. Diese Kontrollen stehen im Einklang mit unseren Richtlinien, die bestimmen, wann und wo Glücksspiel- und Alkoholwerbung gemäß den örtlichen Gesetzen (z. B. Altersbeschränkungen) geschaltet werden dürfen. Diese neue Funktion ist ein zusätzlicher Schritt, die Auswahl in die Hände des Nutzers zu legen (…)

Glücksspielinhalte in Google-Anwendungen präsent

Google hatte sich bereits im vergangenen Jahr darum bemüht, seine Anwendungen und Plattformen von suchtgefährdenden und verbotenen Inhalten zu befreien.

So hatte der Technologie-Gigant im September 2019 eine Großoffensive gegen versteckte Glücksspiel-Apps im Google Play Store gestartet.

Dass Spieler, darunter auch suchtgefährdete, dennoch Google-Anwendungen nutzen, um nach Glücksspielinhalte zu suchen, ist jedoch bekannt. Die BBC hatte im Mai berichtet, dass der Begriff „Online Casino“ während der Corona-Pandemie besonders häufig gegoogelt worden sei.

Viele Nutzer hätten dabei auch nach Online-Casinos gesucht, die nicht mit dem Selbstausschlussregister GamStop verbunden seien. Über das System können sich Problemspieler von Glücksspielseiten ausschließen lassen.