Studie: 58 % der Glücksspieler in Deutschland bevorzugen Online-Glücksspiel

Veröffentlicht am: 11. August 2021, 02:54 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 11. August 2021, 02:55 Uhr.

Ein Großteil der Glücksspieler weltweit zieht mittlerweile das Online-Glücksspiel dem landbasierten Glücksspiel vor. Dies geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Marktforschungs-Unternehmens YouGov hervor. Die internationale Umfrage sollte neue Einblicke in die Glücksspielgewohnheiten von Spielern aus 13 verschiedenen Staaten hervorbringen.

Tastatur Poker Chips Dealer
Online-Glücksspiel weltweit beliebter als landbasiertes Glücksspiel (Bild: Casino.org)

Im Zentrum standen die Fragen nach den beliebtesten Formen des Glücksspiels sowie nach der Hauptmotivation zur Glücksspiel-Teilnahme.

Befragt wurden Personen aus acht europäischen Ländern, den USA, Mexiko, Australien, Indien und Singapur. Im globalen Durchschnitt hätten 63 % der Glücksspieler angegeben, bevorzugt online zu spielen. Mit 76 % lägen Spieler aus Indien auf dem ersten Platz.

Die Studie hat am Rande auch die Geschlechterverteilung beim Online-Glücksspiel untersucht. Insgesamt habe sich gezeigt, dass das Glücksspiel im Internet noch immer weitgehend männerdominiert sei. Weltweit machten Frauen im Durchschnitt 35 % der Online-Spieler aus. Großbritannien nähere sich am schnellsten einem Gleichgewicht an. Dort seien 44 % aller Online-Spieler Frauen.

Glücksspieler in Deutschland bevorzugten in 58 % der Fälle das Online-Glücksspiel. Deutschland liege damit gleichauf mit Schweden und den USA. Innerhalb Europas spielten vor allem Briten und Italiener bevorzugt online (70 respektive 69 %).

Der Legalitätsstatus des Online-Glücksspiels spiele dabei nicht immer eine Rolle. So spiele auch in Singapur die Mehrheit der Befragten (56 %) lieber online als offline, obwohl das Online-Glücksspiel im Land nach wie vor illegal sei. Einige Länder versäumten es noch immer, auf den Zug des legalen Online-Glücksspiels aufzuspringen, so die Autoren der Studie.

Insgesamt schwingt das regulatorische Pendel nicht im Gleichtakt. Während einige Länder sich weiterer Liberalisierung öffnen – oder das Online-Glücksspiel zum ersten Mal überhaupt legalisieren – sehen sich andere mit regulatorischen Hindernissen konfrontiert, z.B. in Bezug auf Werbung und Boni.

In Bezug auf die Frage, welche Online-Glücksspiele Spieler bevorzugt spielten, hätten 42 % der Befragten Online-Lotterien angegeben. Auf dem zweiten Platz hätten mit 36 % die Sportwetten und auf dem dritten Platz mit 23 % Sofort-Spiele wie Rubbellose gelegen.

Lediglich 13 % der Spieler hätten Online-Slots und 10 % Online-Poker als ihr favorisiertes Online-Glücksspiel angegeben. Finanzwetten bildeten mit 6 % das Schlusslicht.

Allerdings variierten die bevorzugten Online-Glücksspiele je nach Land. In Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Dänemark, Polen und Singapur lägen jeweils die Lottospiele vorne. Derweil machten Sportwetten in Italien, Spanien, Schweden, Australien, den USA und Mexiko den größten Anteil aus.

Glücksspiel meist nur zu Unterhaltungszwecken

Je nach Glücksspiel hätten die Befragten zudem unterschiedliche Faktoren angegeben, welche sie zum Spielen motivierten. Der Hauptgrund zur Teilnahme an Sportwetten, Bingo, Keno, Online-Slots, Poker, E-Sport- und Fantasy-Sports-Wetten sei für jeweils den Großteil der Spieler der reine Unterhaltungsfaktor.

42 % der Lotto-Tipper hätten derweil angegeben, beim Spielen in erster Linie an den möglichen Gewinn zu denken. Für 38 % der Lotto-Spieler hingegen gehe es ebenfalls in erster Linie um Unterhaltung und 35 % seien hinter dem „ganz großen Gewinn“ her. Letztere Motivation hätten als dritten Grund auch die Spieler von Online-Slots, Bingo, Keno, Poker und E-Sport-Wetten angegeben.

Auch in Bezug auf das Alter der Spieler hätten sich bei Angabe der Hauptmotivation Unterschiede gezeigt. So hätten vor allem jüngere Spieler mitgeteilt, in erster Linie der Unterhaltung wegen zu spielen. Für Spielerschützer, die sich insbesondere um Spielsucht bei jungen Menschen sorgen, könnte dies möglicherweise eine gute Nachricht sein.