Studie: Glücksspiel-Markt in Österreich 2021 stagniert

Veröffentlicht am: 1. June 2022, 12:48 Uhr. 

Letzte Aktualisierung am: 1. June 2022, 04:59 Uhr.

In Österreich hat das Glücksspiel ein schwieriges Jahr 2021 hinter sich. Einer aktuellen Studie zufolge stagnierten die Umsätze in der Alpenrepublik nach einem bereits schwachen 2020. Wie das Marktforschungsinstitut Branchenradar am Mittwoch meldete, betrugen die Umsätze der Glücksspiel-Anbieter 16,2 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche dies einem Wachstum von lediglich 0,4 %

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Das terrestrische Glücksspiel ging in Österreich 2021 zurück (Bild: Pixabay)

Etwas besser sehe es bei den Gewinnen aus. Hier kämen die Anbieter mit 1,7 Mrd. Euro auf ein Plus von 2,4 %. Davon hätten jedoch nicht alle Glücksspiel-Unternehmen gleichermaßen profitiert.

Lotto und Online-Glücksspiel nehmen zu

So seien die Bruttospielerträge lediglich im Bereich der Lotterien und vor allem dem Online-Sektor gewachsen. Erstere hätten Einnahmen in Höhe von 714 Mio. Euro zu verzeichnen gehabt. Gegenüber 2020 entspreche dies einer Zunahme von 4,9 %.

Die steigende Entwicklung des Online-Sektors führt zu einer weiteren Verschiebung der Anteile zugunsten dieses Bereichs. Das Umsatzplus von 18 % gegenüber 2020 führte zu Spiel- und Wetteinsätzen in Höhe von 9,1 Mrd. Euro. Damit entfallen auf das Online-Glücksspiel mittlerweile knapp 60 % des Gesamtumsatzes in Österreich.

Noch erheblich stärker als die Lotterien hätten sich jedoch Online-Casinos und -Sportwetten entwickelt. Dort seien Bruttoerträge von 580 Mio. Euro generiert worden, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von satten 24,2 % entspreche. Dabei hätten sich die Online-Casinos und -Buchmacher den Markt im Internet in etwa zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Terrestrisches Glücksspiel wird abgehängt

Im Gegensatz zum boomenden Online-Bereich hätten die terrestrischen Glücksspiel-Anbieter ein kräftiges Minus erwirtschaftet. In Spielbanken und -hallen, bei an anderen Orten aufgestellten Spielautomaten sowie in Wettbüros seien die Bruttospielerträge auf nur noch 411 Mio. Euro gesunken. Dies entspreche nach Angaben von Branchenradar einem Rückgang von 20,5 %.

Zu den größten Profiteuren der boomenden Entwicklung im Online-Bereich dürfte die Casinos Austria AG (Casag) gehören. Das teilstaatliche Unternehmen besitzt in Österreich das Monopol auf Online-Glücksspiele. Branchenradar schätzt, dass die Casag dank dieser Zuwächse seinen Marktanteil trotz des Rückgangs im terrestrischen Markt 2021 weiter steigern konnte. Der kommende Casag-Geschäftsbericht wird zeigen, ob die Datenforscher mit dieser Einschätzung richtig liegen.

Als Grund für die negative Entwicklung sehen die Marktforscher vor allem die Corona-Pandemie. Die verhängten Lockdowns hätten zu wochenlangen Schließungen der Betriebe geführt, was die einschneidenden Verluste provoziert habe. Die kommenden Monate werden zeigen, inwieweit sich das terrestrische Glücksspiel von diesem Rückschlag erholt.